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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1916-01-01 · Heft 3 · p. Seite 174

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
60 (1916)
Issue
Heft 3
Article
Die talmudische Literatur der letzten Jahre
Date
1916-01-01
Page
Seite 174 (sequence 3)
Language
German
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174 Die talmudische Literatur der letzten Jahre. vielleicht in der Tosefta die Ordnung der ersten Rezension oder des Entwurfes der Mischnah Rabbis — zum Teil wenigstens — erhalten ist. Ich sage «zum Teil», weil es ja wahrscheinlich ist, daß beim Erscheinen der letzten Mischnah auch die Tosefta nach ihr teilweise umgeordnet wurde. Daß die erwähnten Talmudstellen im Sinne einer ersten Rezension zu deuten sind, dafür spricht die Tatsache, daß der B. mezia 44a aus der Jugendzeit Rabbis stammende Satz הזהב אינו קונה את הכסף . im Text des Jeruschalmi sich befindet. Dafür aber, daß die Tosefta sich dieser ersten Rezension anschließt, ist das ein Anhaltspunkt, daß einer von den Sätzen, die der Babli der Jugendzeit Rabbis oder der ersten Rezension seiner Mischna zu weist, in der Tosefta1) erhalten ist. Dem zweiten Studiengebiete Schwarze ns, der Erforschung der rabbinischen Interpretationsregeln, der Middoth2), gehört seine »Hermeneutische Antinomie«3) an. Mit dem Terminus Antinomie bezeichnet der Verfasser die vierte Hillelsche Middah שני כתובים, die als die dreizehnte in der Baraitha R. Ismaels שני כתובים המכחשים זה את וה lautet Nach einer kurzen Einleitung (S. 1—4), in der die Logizität der Middah betont wird, zerfällt das Buch in drei Teile. Im ersten Teil (S. 5—22) entwickelt der Verfasser seine neue Auffassung der שני כתובים• Nach der alten Auffassung bedeutet der Terminus שני כתובים, wie es in der erweiterten Form bei R. Ismael deutlich zum Ausdruck kommt, »zwei einander widersprechende Schriftworte«; nach Schwarzens Erklärung bedeutet dieser Terminus »zwei verschiedene Sätze«. »Die Erkenntnis, daß die Thorah Moses’ Antinomien enthält, 1-) Aboda sara V (VI) 7 — ßabli 52 b. 2) Die hermeneutische Analogie, 1897. Der hermeneutische Syllogisnxus, 1901. Die hernieneutische Induktion 1909. Vgl. Monatsschritt 1911, S. 185 ff. 3) Die hermeneutische Antinomie in der talmudischen Literatur. Von Rektor Prof. Dr. Adolf Schwarz, Wien 1913. [XX. Jahresbericht der israelitisch-theologischen Lehranstalt in Wien für d as Schuljahr 1912/1913].

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