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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1916-01-01 · Heft 3 · p. Seite 170

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
60 (1916)
Issue
Heft 3
Article
Das Sabbatäer-Gebetbuch des Simon v. Péchi
Date
1916-01-01
Page
Seite 170 (sequence 10)
Language
German
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170 Das Sabbatäer-Gebetbuch des Simon v. Pechi. Was nun die Sprache des Buches anbelangt, so haben die Herausgeber zwar nicht die Orthographie, wohl aber den Original״ dialekt genau beibehalten, dessen Erforschung und Verwertung — auf Orund des wohl etwas unvollständigen Wörterverzeichnisses — der ungarischen Sprachwissenschaft harrt. Natürlich trägt die Sprache den Stempel ihrer Zeit an sich: gefällt sich im weitläufigen Satzbau des Gebetstils, der ja auch im Hebräischen oft abschnittslos dahinfließt, schmiegt sich aber ebenso treu dem prägnanten Parallelismus, z. B. mancher Psalmen, an. Die Ausdrucksweise klingt weniger volkstümlich derb, als etwa die Luthersche, hält sich aber gleich fern vom Schwulste des XVII. Jahrhunderts, wie von der nüchternen, wörtlichen Pedanterie unserer modernen »Gebetübersetzer«. Als Hebraist ersten Ranges und würdiger Zeitgenosse Buxtorfs versteht Pechi den hebr. Text vollinhaltlich, wahrscheinlich ohne Zuhilfenahme persönlicher Vertrauensmänner. Auf manche;Mißverständnisse gewisser Wörter haben Dr. Kohn in Einzeluntersuchungen, die Herausgeber in ilirer Einleitung hingewiesen. Meist sind es fehlerhafte Lesungen, z. B. das in der Autorenfrage schib01 ethmäßige: משיב הרוח, das Pechi konsequent mit משיג »umkehren« übersetzt, statt מי יבוא עד תכונתך liest er תבונתך usw. Oft kennt und benützt er bloß den ursprünglichen Sinn eines Wortes; so heißt קרן• stets nur »Horn«, נותנים רשות geben Erweiterung, statt: Erlaubnis, חבלי שגה die zarte, leise Last des Traumes, רוח הבריות נוחה הימני daß die Seele aller Geschöpfe in Liebe und Stille mit mir ruhe. Interessant ist die Lesung von מעזי פנים ומעוות פנים: vor frechen Männern und Frauen. Um den Wortsinn ja nicht zu verfehlen, häuft er oft die Synonyma und Epitheta und schreckt auch vor ausführlicheren Paraphrasen nicht zurück, besonders in Fällen, wo der gedrängte Text ihm nicht ganz klar ist, z. B. in der ברכת יוצר das טוב יצר כבוד. Aus dem Schwung der Sprache fließen Wortzutaten wie: 'ברכי נפשי את ה meine süße Seele singe froh dem allmächtigen Herrn in Ewigkeit; וברוח פיו יל צבאם und durch sein klingend Gebot sein viel glänzend Heer; יחד לבבי mache gerade und geeint mein Herz; שכלו טוב וכלו ארוך וכלו שבת — das im ganzen lauter süßes Glück

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