Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 60 (1916)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Das Sabbatäer-Gebetbuch des Simon v. Péchi
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 7)
- Language
- German
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Das Sabbatäer-Gebetbuch des Simon v. Pechi. 167 sind statt der zahlreichen על חטא bloß eine Auswahl von 11 Bitten aufgenommen; darauf folgt eine Reihe Psalmen, mehrere Selichoth, ein poetischer »Fönitenzgesang des weisen Jochanan«, dessen Original bisher mit Bestimmtheit nicht nachzuweisen war1) und zum Schluß die schwierige, deshalb mit kurzen Erläuterungen begleitete Übersetzung von Gabirols: Kether Malchuth. Das Morgengebet ist mit Psalmen reich versorgt, die Hamida enthält meist kabbalistische Einsätze über die himmlische Allmacht Gottes; das Mussafgebet fehlt wieder, dagegen die entschuldigende Bemerkung: »es wären noch zwanzigmal so viel schöne Dinge da, die alle zur Heiligung des Tages zum Mussaf geschrieben.« Beim Minchagebet ist Toravorlesung und Jona vorgesehen, im dritten: »Verschlußgebet« wird sogar auf חתמינו aufmerksam gemacht. Zum Schlüsse folgen diverse Selichoth, die interessanterweise in dem hebräisch zitierten Ausruf ausklingen: Adonaj hu ha־Elohim! Unter dem Titel Selichoth sind nun für den Monat EluI, sowie für sonstige privatim zu übernehmende Fasttage und den Fasttag der Erstgeborenen eine Reihe unserer schönsten Bußgebete ein gereiht. Kurz nennt der Verfasser auch die übrigen Nationalfasttage, deren Be״ deutung undGebete er aber nur deshalb erwähnt, »damit nicht jemand glaube, er hätte dies nicht gesehen«. Und nachdem er hiermit »mit Gottes Hilfe« »das Gros der Jahresgebete vollendet«, läßt er die Einzel- Benediktionen für die verschiedensten Gelegenheiten folgen: »da das ganze Leben und Streben des vor Gott wandelnden treuen Menschen, Anfang und Ende jeder seiner Unternehmungen im Namen Gottes geschehen soll«. Dieses Kapitel hat für uns insofern ein großes Interesse, als es uns einen Einblick in das alltägliche, außersynagogale religöse Leben der Sabbatäer gewährt, von dem wir sonst nur soviel wissen, daß Pechi für sie die 365 Verbote des »Semag« übersetzt, nicht aber die Gebote, deren Befolgung, z. B. von2) סוכה; מזווה/ תפל־ץ, ohne Tradition ohnehin fast 1J Soll angeblich mit dem Piut ה׳ במי ידמוך des Jochanan ben Rüben (s. Zunz, Literaturgeschichte der synagogalen Poesie 377) identisch sein. 2) Kenntnis hatte er natürlich auch von deren Details, -denn er