Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 60 (1916)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Das Sabbatäer-Gebetbuch des Simon v. Péchi
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 166 (sequence 6)
- Language
- German
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166 Das Sabbataer-Gebeibuch des Simon v. Pech?. mittag« <!) gesagt werden soll und mit dem Abendgebet, das in Ermangelung eines Kiddusch mit dem שהחינו anhebt. »Wie man zuhause, bei Tische sich benehme, darüber könne nicht viel geschrieben werden; auch Beza erwähnt es nur kurz, Christus und der Apostel Beispiel erklärend.« Statt der Sederliturgie folgen also bloß die Sprüche über Wein und Mazzoth und die Anweisung,, vor dem Tischgebete des Hallels nicht zu vergessen. Im Morgen״ gebete des ersten Peßachtages werden zwei poetische Übersetzungen aus dem Gebete um Tau eingeschaltet, am 2. Tage wird mit Angäbe des Segensspruches auf das Omerzählen aufmerksam gemacht, für das Laubhüttenfest wird die spätere Übertragung der »reichlichen Gebete und Hoschanoth« versprochen, und zum Schlußfeiertag folgt das אל חי יפתה wieder in Versen und die obenbemerkte gekürzte Hamida, deren Zweck hier nicht ersichtlich. Das Abendgebet des Neujahrsfestes wird eingeleitet durch die versifizierte Übersetzung des Gedichts אחות קטנה .von lbn Esra und beschlossen durch אבינו מלכנו. In der Hamida finden wir sämtliche Einschaltungen, bloß die Unterscheidung von יום und זכרון תרועה bleibt unerwähnt, da, wie es scheint, auch am Wochentage das Schofarblasen bei der Sabbatäern nicht stattfand. Nichtdestoweniger findet sich beim Morgengebet folgende Anmerkung: »Die Hamida ist zweimal zu sagen, einmal, wie am gestrigen Abend, dann Vorlesung aus Mos. 1.21 samt Propheten, Gebet für den Herrscher und die Gläubigen, Psalm 29 und 145 und nachher eine Hamida«, die mit ומפני einsetzend, die Opfervorschriften ganz übergeht, עלינו abkürzt und dann nebst unserem Neujahrs- Text zugleich auch אוחילה לאל und היום חרת aufnimmt. — Die unzähligen, weisen Dinge und Gebete für den Kippur-Tag scheinen dem Übersetzer »für die jetzt zur Gesetzübung übergetretenen oder übertretenden Getreuen« derzeit zu umfangreich, dagegen werden ihnen genau die talmudischen Vorschriften über das Wie und Wann der Versöhnung eingeschärft, wie jedermann sich mit Bekannten aussöhnen, aufrichtig Beichte tun, baden solle, sich auch zur Sühne 39 Peitschenschläge versetzen lasse. כל נדרי besitzt die alte Fassung, die sich aufs vergangene Jahr bezieht, in der Hamida