Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 60 (1916)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Das Sabbatäer-Gebetbuch des Simon v. Péchi
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 163 (sequence 3)
- Language
- German
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Das Sabbatäer-Gebetbuch des Simon v. Pechi. 163 demselben stets gesonderte Machsor aber nach dem Seminarexemplar. Als Verfasser des ganzen Werkes erkennt die Tradition einheilig Pechi an. Da dessen Name als Autor aber auf keinem der erhaltenen Manuskripte erhalten ist, begnügten sich die Herausgeber nicht mit der Feststellung dieser Annahme, auch nicht mit den Nachweisen Dr. Kohns, sondern gingen mit methodischer Gründlichkeit der Frage auf den Grund, wobei ihnen eine interessante Handschrift des Psalteriums, die im Hause und unter persönlicher Aufsicht Pechis von seinem Schreiber, namens Bet, hergestellt worden war, gute Dienste leistete. Auf Grund dieser Untersuchungen glauben sie »den Namen Pechis mit vollstem Rechte an die Titelspitze ihrer Publikation gestellt zu haben«. Bei dieser Gelegenheit erleidet auch die bisherige Feststellung der Entstehungszeit der Übersetzung eine kleine Korrektur. Die dem Dr. Kohn bekannt gewesenen Handschriften hatten im sog. Königsgebete sämtlich die Abbreviatur: R. G. F., d. h. Räköczt György Fejedelem Fürst Georg Räköczi, mit dessen Regierungsantritt die Abfassung dieses Gebetes auch nach 1630 fiele. Neubenützte Codices sprechen jedoch an dieser Stelle von »unserem Herrn, König und Fürsten«, erwähnen dabei dessen Nachkommen nicht, was bloß auf den gekrönten Fürsten Gabor Bethlen anzuwenden ist, der 1613—1629 regierte. Auf einem leergebliebenen Blatte zwischen der oben erwähnten, von einer Hand stammenden Abschrift des Gebetbuches und der Psalmen finden wir eine tagebuchweise eingetragene Notiz eines jungen Sabbatäers (Georg Maröthi): »Anno 16*31— 5391 begann ich S (Sidö ־= hebräisch) zu lernen; 22. diei Apr. in mensi Nissan begann ich S zu beten. Die צ (Zizith) trug ich zuerst 18. diei Mai; trat in die Schule ein in Nändorfejervär (Belgrad) am 14. Tage El ul 5391.« Also wenn die Abschrift des fertigen Werkes im Frühling des Jahres 1631 schon in den Händen eines Schulknaben außerhalb Siebenbürgens war, so mußte dieses vor 1630 jedenfalls schon vollendet sein. Der Anfang dürfte um 1624 geschehen sein, da das Psalter!um 1625—29 entstanden ist. 11