Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 60 (1916)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Das Sabbatäer-Gebetbuch des Simon v. Péchi
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 2)
- Language
- German
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162 Das Sabbatäer-Gebetbuch des Simon v. Pechi. gegeben hat, liegt nunmehr der erste Druck seines Gebetbuches vor, den die beiden Seminarprofessoren Dr. Michael Guttmann und Dr. Alex. Harmos auf Grund der vorliegenden Handschriften in meisterhafter Weise besorgt haben1). Die Ung. Isr. Literaturgesellschaft, die auf Antrag ihres Sekretärs, Prof. Dr. Josef Bänöczi, diese Veröffentlichung seit Jahren vorbereitet und durch die großzügige Freigebigkeit ihres Vorsitzenden, weil. Barons Josef Hatvany und Gemahlin, nunmehr ausgeführt hat, hat sich hierdurch ebensosehr um die ungarische Literatur, wie um die jüdische Wissenschaft verdient gemacht. Die erste, wichtigste Aufgabe der Herausgeber war natürlich die Feststellung eines genauen Textes, dessen bedeutendere Varianten in die Anmerkungen zu verweisen waren. Im ganzen standen ihnen 25 mehr oder minder umfangreiche Manuskripte und Codices aus dem XVII., XVIII. und XIX. Jahrhundert zur Verfügung, die sich teils in Händen gewesener Sabbatäerfamilien befanden, teils im Besitze des Budapester Rabbiner- und Lehrerseminars, des Budapester Oberrabbiners Dr. Sam. Kohn, des Rabbiners Dr. M. Gaster- London, sowie mehrerer ungarländischer Bibliotheken, darunter der erst jetzt bekannt gewordene, die vollständige Gebet- sowie Psalmenübersetzung enthaltende Codex des Kalocsa-er Erzbistums. Eine eingehende Vergleichung der verschiedenen Fassungen, besonders der mannigfachen Hinweise auf übersetzte oder zu übersetzende Stellen, ergab mit Gewißheit, daß wir es mit der einheitlichen Übersetzung eines Einzelnen zu tun haben, die vom Verfasser selbst einer Verbesserung im sabbatäischen (judaisierenden) Sinne, einer sprachlichen Feilung und Glättung unterzogen worden war. Da die Herausgabe des endgültigen, besten Textes am angezeigtesten war, gaben die Herausgeber nicht ein einziges Manuskript heraus, sondern veröffentlichten nach Feststellung der Genealogie der auf zwei Fassungen zurückgehenden Abschriften den Siddur selbst nach dem sog. Kalocsa-er Codex, das von ג) Pechi Simon, Szombatos Imädsägos Könyve. Kiadja az Izr Magyar lrodalmi Tärsulat, Budapest, 1914.