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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1916-01-01 · Heft 2 · p. Seite 137

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
60 (1916)
Issue
Heft 2
Article
Der Magen David oder Davidsschild
Date
1916-01-01
Page
Seite 137 (sequence 3)
Language
German
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Der «Magen David« oder Davidschild. 137 :Gegenstandes im VII. Kapitel meiner Geschichte l, 199 f., das Daiches a, a. O. unbekannt geblieben zu sein scheint, sonst würde er gefunden haben, daß ich zuerst über das Wesen der ,שרי בהן שרי כוס: usw., soweit sie wenigstens »in the Talmud and in the later Jewish Literature« Vorkommen, Licht verbreitet habe. Man darf übrigens die Dinge nicht vermischen. So bin ich nicht der Ansicht, daß das Besehen der Nägel bei der הבדלה, wie Daiches S. 32 meint, mit der Onychomantie zusammenhängt. . Tatsächlich wird auf den Unterschied zwischen Dunkelheit und Licht Wert gelegt, der bei der Schließung und Öffnung der Hand hervor- -tritt, weil man. den Segen nicht eher sprechen darf, als עד ־.שיאותו. לאורו, Nachträglich will ich hier erwähnen, daß der ge- :taufte Jude Christian Gerson (Talmudischer Judenschatz) in der :Übersetzung des 11. Kap. von Sanhedrin die ■שרי שגץ . »Ölfürsten« und die שרי ביצה »Eierfürsten« nennt, sowie daß Schmid, Schwäbisches Wörterb., S. 624 die Redensart »Einem den Teufel dm Glase zeigen« in der Bedeutung »Einem sehr drohen« .anführt, was offenbar auf die Becherwahrsagekunst zurückgeht. So dehnt sich das Spinngewebe des Aberglaubens über die entferntesten Gebiete aus und dringt in die verstecktesten Schlupfwinkel Über die Verbreitung des fremden Aberglaubens in jüdischen Kreisen äußert sich Abraham Geiger (Jüd. Zeitschr; V, 1867, S. 139 f.) gelegentlich einer Besprechung des vielberufenen althochdeutschen Schlummerliedes folgendermaßen: »Die Wochen- Stube der Wöchnerin und ihres neugeborenen Kindes war insbesondere die Stätte, wo Hebamme, Wartefrau und Amme sich mit professionierten Wundertätern, Gelehrten und Kabbalisten verbanden, um ihre Werke des Aberglaubens in gehäuftem Maße auszuführen. Das junge Kind vor dem Schwerte des Würgengels, der Entführung der bösen Lilith, dem Drucke der Alpe, den Tücken der Dämonen zu bewahren, wurde das ganze Zimmer mit den sinnlosesten Beschwörungsformeln und Amuletten angefüllt. Der Aberglaube war nicht wählerisch; auch der mittelalterliche Talismanglaube nahm mit ungemessener Willkür anders- Woher den Wahn auf, nahm z. B. keinen Anstand, gegen jedes

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