Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 60 (1916)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Wiederherstellung der Kommentare Ibn Esras zu den Büchern Jeremias, Ezechiel, Sprüchen Salomos, Esra, Nehemia und Chronik
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 123 (sequence 6)
- Language
- German
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Die Wiederherstellung der Kommentare Jbn Esras. 123 dieser Benjamin mit dem im Gedichte R. I, N. 58 und vor dem Job-Kommentar vorkommenden identisch, so wäre hiermit erwiesen, daß das Gedicht nicht in Salerno, wie Graetz1) annimmt, entstanden ist, sondern an demselben Orte, an dem diese beiden Kommentare geschrieben wurden, und zwar in Rom, verfaßt sein muß. Der Kommentar zum HL. besteht aus 3 Teilen; zuerst einem lexikalisch-grammatischen Teil; darauf folgt die Deutung des Hohenliedes als eines Zwiegesprächs zwischen zwei Liebenden, und schließlich die herkömmliche Auffassung, nach der es als Zwiegespräch zwischen Gott und der Gemeinde Israels zu erklären ist. Das letzte in Rom verfaßte Werk ist der Job-Kommentar, den IE., wie schon bemerkt, einem Benjamin bei! Joab Abi-Matra widmete. In der Einleitung gibt er Rom als Abfassungsort an2). Nach einer Mitteilung Berliners3) aus Cod. Vat, N. 84 soll IE. noch einen zweiten Kommentar zum Buche Job geschrieben haben, von dem nur ein Fragment in oben erwähnter Handschrift (bis Kap. 7, V. 6) vorhanden ist. Er beginnt mit einer kurzen Einleitung, die das Probien! des Buches Job erörtert. Die talmudische Ansicht (Baba b. 15a), Moses habe das Buch Job geschrieben, weist IE. zurück; er behauptet, das Buch sei ursprünglich in einer fremden Sprache verfaßt gewesen, und aus dieser sei es ins Hebräische übersetzt worden, wodurch sich das Vorhandensein der Sprachschwierigkeiten erkläre. Er schließt mit den Worten: תמו דברי איוב ועתה אפרש הטעמים, worauf eine kurze Disposition des ganzen Buches folgt. Dieser Anhang scheint der Zusatz eines Schülers zu sein, da IE. unter טעמים sonst nur einen sach- ב) Graetz IV, 452; Steirischneider (Ztsch. f. M. u. Ph., 1880, Suppi., S. 69) bemerkt zur Annahme v. Graetz: »Die Annahme v. Graetz ist eine in der Luft schwebende Hypothese«. a) Aus den Worten ברומי חברו בלשון אבותינו möchte man schließen, daß er noch andere Komm. z. Job. in arab. Sprache verfaßt hat. 3) Magazin 1, S. 111, dazu vgl. Fried!ander, S. 210 und Galliner: IE’s. Hiob-Komm., Berlin 1901, Einleitung.