Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1916-01-01 · Heft 2 · p. Seite 108

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
60 (1916)
Issue
Heft 2
Article
Die talmudische Literatur der letzten Jahre
Date
1916-01-01
Page
Seite 108 (sequence 16)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2829132-2829873-2829876-2893471--42063-2893519
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

108 Die talmudische Literatur der letzten Jahre. andichtet, an die ich niemals gedacht, gegen die er dann leicht polemisieren kann, da ja ich selbst sie entschieden bekämpfen würde. In einem Punkt habe ich schon an anderer Stelle ohne Polemik, bloß durch Darstellung des Sachverhaltes, Ratners Vorgehen in dieser seiner »Polemik« gekennzeichnet1). Hier will ich einen andern Punkt, seinen Hauptschluß, kurz beleuchten. In meinem Aufsatz in der Monatsschrift habe Ich die Tatsache hervorgehoben, daß viele in unseren Texten nicht vorhandene Jeruschalmizitate »ausdrücklich« aus dem jerusalemischen Talmud, oft auch mit Angabe von Traktat und Abschnitt angeführt werden. Ich formulierte dann meine These wie folgt: »Es hat ein Sammelwerk gegeben, dessen Grundstock einjeruschalmitext bildete, der einerseits formell oft gekürzt und andererseits inhaltlich von zahlreichen Zusätzen aus dem Bablt und anderen agadischen und halachischen Schriften, besonders der gaonälschen Literatur, durchsetzt war«. Dasselbe wiederholte ich kurz in meinen Glossen zum Rabiah, Bd. I, S. 9, Anm. 17: »שלפני חכמי א,שכנז וצרפת הראשונים היה ירושלמי אשר נקבצו ובאו לתוכו הוספות הרבה. Ich sagte also beidemal mit schärfster Deutlichkeit, daß die alten Autoren, die die unechten Jeruschalmizitate aus dem Jeruschalmi anführen, oft Traktat und Abschnitt angeben, daß daher ihnen ein mit Zusätzen versehener jeruschalmi Vorgelegen hat. Ratner aber, der auch meinen Aufsatz in der Monatsschrift kennt2), führt als ersten Einwand gegen meine These folgendes aus: »Rabiah, Or Sarua, Mordechai, Hagahot Maimunioth und Aguddah zitieren das erwähnte Zitat aus dem Jeruschalmi Abschnitt ha-Roeh in Berachoth und im Abschnitt המביא כדי יין in Bezah. So haben sie es ja sicher vor sich gehabt; denn ohne diese Voraussetzung, wie ist es möglich, unsere Lehrer, die oben erwähnt sind, zu Lügnern zu machen 3)?« *) Vgl. Rabiah, ed. Aptowitzer, II, S. 54, Anm. 22 u. 23. 2) Er zitiert ihn in demselben Heft zu Bezah und Ta’anith, S. 82 und S. 112. »ואני אין אני מודה לדברי־ מכמה טעמים. א) הראבי״ה והאו״ז(3 והמרדכי והג״מ מביאים את המאמר הנ״ל מירושלמי ומציינים המקומות

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.