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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1916-01-01 · Heft 2 · p. Seite 104

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
60 (1916)
Issue
Heft 2
Article
Die talmudische Literatur der letzten Jahre
Date
1916-01-01
Page
Seite 104 (sequence 12)
Language
German
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104 Die tahnudische Literatur der letzten Jahre. komischer Wirkung sind1), ohne jede Bemerkung stehen gelassen und zum Teil selbst durch ungenaues Kopieren vermehrt. Oft hat er sich auch willkürliche und stillschweigende Änderungen, Zu- Sätze und Weglassungen erlaubt. Der neue Herausgeber benützte zwei Handschriften: das auch von Dembitzer benützte ms. Halberstam Nr. 239, jetzt im Jews' College, Catalog Hirschfeld Nr. 115, und ms. Oxford Nr. 637. Ms. Halberstam bildet die Grundlage des Textes, der nach ms. Oxford ergänzt und berichtigt wurde. Ursprünglich hatte der Herausgeber die Absicht, noch andere 3 Handschriften zu benützen, was auch für einen Teil von Berachoth geschah; da aber diese Probe teils ihre gänzliche Überflüssigkeit, teils ihre Wertlosigkeit gezeigt, mußte von einer weiteren Benützung dieser Handschriften, die keinen Gewinn gebracht und nur Zeitverlust und Vermehrung der Kosten verursacht hätte, abgesehen werden. Als wichtiges Hilfsmittel für die Diorthose des Textes erwiesen sich die zahlreichen Anführungen und Entlehnungen in den Sekundärquellen, besonders im Or Sarua, dessen Verfasser nicht bloß in der Wiedergabe der Texte der genaueste und treueste ist, sondern auch mündliche Traditionen seines Lehrers, des Rabiah, mitteilt. Ganz besonders wichtig in der Beziehung ist das handschriftliche Werk אפופות, das fast auf jeder Seite das Sefer Rabiah zitiert. Dazu kommen die Quellen und Parallelen. Wo all diese Hilfsmittel versagen, erhalten Kritik und Erwägung das Wort. Jede Änderung des handschriftlichen Textes, selbst die geringfügigste, ist durch die üblichen Zeichen markiert und in den Anmerkungen quellenmäßig belegt und, mit Ausnahme der selbstverständlichen, begründet. Neben der Sorgfalt bei der Textgestaltung war es eine Haupt־ aufgabe des Herausgebers, die Quellen aufzudecken, Parallelen anzuführen, die unzähligen Verweisungen und Anspielungen zu identifizieren und auf die Abweichungen von den bekannten Texten x) Vgl. z. B. ed. Dembitzer, 40a, Zeile 1, — ed. Aptowitzer, Bd. I, S. 130, Z. 10.

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