Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 60 (1916)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die talmudische Literatur der letzten Jahre
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 103 (sequence 11)
- Language
- German
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Die talmudische Literatur der letzten Jahre. 103 literarisches Out älterer Autoren und der Gaonim, das aus anderen Quellen nicht bekannt ist, erhalten hat. So von R. Chananel, R. Isak ben Ascher, R. Samuel ben Natronai, R. Samuel ben Meir, R. Tarn, R. Isak ben Mordechai, R. Isak ben Samuel, R. Elieser ben Samuel, R. Efraim ben Isak aus Regensburg, R. Juda ben Kalonymos ־— Verfasser des Sefer יחוסי תנאים ואמוראים — R. Elieser ben Jehuda, R. Simcha aus Speier und vielen anderen Größen, ersten und zweiten Grades. Groß ist der Gewinn aus dem Sefer Rabiah für die Kritik der rabbinischen Texte, ln erster Reihe natürlich des der beiden Talmtide, besonders des Jeruschalmi, dann auch des der übrigen talmudischen, der gaonäischen und andern mittelalterlichen Werke. Dieser Gewinn ist der ungemein großen Belesenheit des Verfassers zu verdanken. Elieser ben Joel war nicht bloß ein geistreicher Erklärer und scharfsinniger Toßafist, sondern auch ein souveräner Beherrscher des gesamten zu seiner Zeit vorhandenen rabbinischen Schrifttums. So ist die Herausgabe des Sefer Rabiah nicht bloß für die Talnuidisten und Halachisten von Bedeutung, sondern auch für Geschichte und Kritik der Halacha, für die Historiker und Literar« historiker wichtig1). Der bis jetzt edierte Teil des Werkes enthält die Traktate Berachoth, Niddah, Sabbath, Erubin und den Anfang von Peßachim mit zahlreichen Responsen und größeren Abhandlungen. Berachoth mit den dazu gehörenden Responsen war schon früher von Dembitzer herausgegeben worden. Trotzdem mußte dieser Teil nochmals ediert werden. Nicht nur deshalb, damit das Werk in einheitlicher Ausgabe vorliegen soll, sondern besonders aus dem Grunde, weil Dembitzers Text arg vernachlässigt ist. Dembitzer stand nur eine einzige Handschrift zur Verfügung, und seinerseits hat er der Textgestaltung geringes Interesse zu« gewandt. Er hat schwere Fehler der Kopisten, die zuweilen von 5) Zur Würdigung des Sefer Rabiah vgl. noch Blaus Anzeige in Magyar Zsido Szemle 1914, S. 62ff.