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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1916-01-01 · Heft 2 · p. Seite 101

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
60 (1916)
Issue
Heft 2
Article
Die talmudische Literatur der letzten Jahre
Date
1916-01-01
Page
Seite 101 (sequence 9)
Language
German
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Die talmudische Literatur der letzten Jahre. 101 Raschis veröffentlicht worden. Fehlt nur noch der Issur we-Hetter, den der Verein Mekize Nirdamim gewiß auch herausgeben wird. Wahrscheinlich aber erst nach Abschluß der Edition des Sefer Rabiah, die noch einige Jahre in Anspruch nehmen wird, da die bis jetzt in zwei Lieferungen veröffentlichten 35 Bogen nicht ganz den dritten Teil des ganzen Werkes ausmachen, zu dem noch eine umfangreiche Einleitung hinzukommen wird. in richtigem Verhältnis zur Größe des Umfanges steht die Bedeutsamkeit des Inhaltes des Sefer Rabiah. Es ist die Hauptquelle der Halacha, die seit dem 13. Jahrhundert bis zur Abfassung des Schulchan aruch und noch später ausgebaut wurde. Die in hervorragender Weise maßgebenden Dezisoren dieses großen Zeitabschnittes: Isaak Or Sarua, Mei’r aus Rothenburg, Ascher ben Jechiel, Mordechai, Hagahoth Maimunioth, der Verfasser der Turim u. a. schöpften aus dem Sefer Rabiah, das sie oft ausdrücklich als Quelle angeben, aber vielleicht noch öfter ohne Nennung abschreiben. Diese zahlreichen Zitate und Exzerpte aus }dem Werke tun aber der Wichtigkeit der Herausgabe des Werkes selbst nicht im geringsten Abbruch. Für jene Dezisoren bestand das Hauptinteresse am Sefer Rabiah in dem Resultat für die religiöse Praxis; was nicht unmittelbar einen solchen Gewinn lieferte: der Aufbau, die Diskussion, die Entwicklung, der Aufstieg zum Ziele hat sie wenig interessiert,* noch weniger die Erklärungen und Abhandlungen, die nicht das religiöse Leben tangieren. So enthalten die namentlichen Anführungen und stillschweigenden Auszüge aus dem Sefer Rabiah in den Schriften der Dezisoren wohl den größten Teil der halachischen Entscheidungen des R. Elieser ben Joel, aber äußerst Weniges vom Inhalt seines Werkes, seinen Erklärungen, seinen toßafistischen Bemerkungen, seinen novellistischen Abhandlungen und seinen Responsen. die Tatsache, daß im Rokeach das Ma’asse ha-Geonim einmal unter dem Namen מנהג רבינו שלמה angefürt wird. Vgl. Rokeach Nr. 41S mit M. ha- Geonim, S. 5 und 6 und Epsteins Einleitung, S IX.

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