Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 60 (1916)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die talmudische Literatur der letzten Jahre
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 3)
- Language
- German
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Die talmudische Literatur der letzten Jahre. 95 ed. Fried, SS. 11, 28f., 31,37b Dann Sa'adia; vgl. 1 האמונות. Absch. 6. Ansicht. Vgl. noch Mischneh Torah, יסודי התורה IV, 2. — Midrasch מנין ist eine Sammlung agadischer Aussprüche, die mit der Frage מנין beginnen. Die Sammlung scheint nicht sehr alt zu sein. Dafür scheint auch folgende sehr interessante und sehr merkwürdige Stelle zu sprechen. S. 8gf. N. 10 und 11: למה אומרים ברוך מגן אברהם בליל/שבתות ואין אומרים אותו בימים טובי□/ מפני המתאחרים, שמא יבואו הליצנים1) רקחו לבושיהם, מפני שהם יודעים בלילי שבתות ואינן יודעין בלילי ימים טובים. מעון הברכות וה אברהם אבינו אב האמת זה אבינו יעקב שנאמר (Gen. 12,2) שנאמר והיה ברכה אדון השלום זה אבינו (Gen. 32,11) קטנתי מכל החסדים ומכל האמת (Gen. 26, 31) יצחק שנאמר וילכו מאתו בשלום. Die Stelle ist besonders wegen der sonst unbekannten Varianten in der Benediktion מגן אבות und der Beziehung dieser Attribute auf die Erzväter wichtig. Nach unserem Text ist diese Deutung unmöglich: sie setzt also auch vor מעון הברכות einen anderen Text voraus. Vielleicht: אלהי מעון הברכות, dann natürlich auch אלהי אב האמת und אלהי אדון השלום. Ob ברוך מגן אברהם den Eingang der Benediktion, an Stelle unseres מגן אבות, oder die Chathima bildet, ist schv/er zu erkennen. Da die Benediktion, wie schon ihr Name besagt, gleichsam die Tefillah in nuce ist und in ihrem Wortlaut 13 Böse Geister מזיקים. In dieser Bedeutung 1<0ליצן:1רת1מ in der älteren Literatur nicht vor. Aus der späteren Literatur kann ich diese Bedeutung nur aus einer einzigen Stelle belegen: Serubbabel, ed. Konst., und ed. Wertheimer in לקט מדרשים (S. 12b בית החורף [ed. Wertheitner fehlerhaft של לצים [החורף und 11 a בית הלצים (so ist zu lesen, anstatt הלצות). Die Bedeutung »Spötter« gibt in diesem Zusammenhänge keinen Sinn. Aber'es handelt sich um Armilus, der der Sohn Satans oder Belials ist, so ist das Haus der לצים nichts anderes als das Haus derSchedim, der Satane. Ein solches Haus, in dem die Satanskinder sich auf halten, s. Beth ha־Midrasch V, S. 25. Im jüdischen Volksmunde heißt לץ ein Geist, der eigentlich nichts Böses tut, sondern allerlei Schabernack spielt. Diese Rolle wird ja den ליצנים auch in unserer Stelle zugeschrieben. Denn die Konfiskation der Kleider ist mehr eine Neckerei als eine wirkliche Beschädigung.