Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 59 (1915)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Bemerkungen zum Sefer Scha'aschu'im
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 7)
- Language
- German
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126 Bemerkungen zum Sefer Scha'aschu'im. verlangt, bestätigt durch Zeugen und andere Dinge«. — »Steht mir der Wezir dafür, daß ich mich seinem Zorn nicht aussetze, wenn ich ihm antworte?« — »Rede frei, ich verspreche es dir«. — »Der Beweis für .meine Behauptung werden die Zeugen sein, und wenn sie es bestätigt haben, werden andere Dinge nachher nicht mehr notig sein. Was meintest du denn, als du von Beweisen, Zeugen und änderen Dingen 'sprachst, und was mögen das wohl für andere Dinge sein? Ich sehe hier nur Ungerechtigkeit und deine Absicht, vom geraden Wege abzuweichen«. — »Du hast recht«, sagte darauf Mohammed lachend; »zuviel sprechen ist vom Übel. Im übrigen bin ich gegen dich nur von guten Absichten erfüllt«. Mohammed befahl sodann, ihm sein Landgut zurückzugeben u. s. w. Demnach sind die beiden hebräischen Sätze so zu verstehen: Der Richter meinte: Du bedarfst der Zeugen, Dokumente und anderer (lies: אחרים) Dinge, worauf der Kläger erwiderte: Die Zeugen sind die Dokumente und die anderen (lies wieder: אחרים) Dinge sind dein Geiz. 14. S. 70, Z. 92 ff.: Im Gotteshause belauscht jemand das Gebet eines mißgestalteten Mannes, daß Gott ihn vor der Hölle bewahre. Er tritt an ihn heran und spricht: »Ich will dir einen guten Rat geben«.—*Nun?« — אמר אל תהי כלאי בפניך אלא על גיהנם. D. möchte אל תסתכל בפניך lesen. Der Sinn wäre: Dich wird die Hölle selbst verschmähen wegen deiner Häßlichkeit. Das liegt aber durchaus nicht in den Worten. Und wo ist da der gute Rat? Almostatraf (das. S. 817) erzählt von einem boshaften Taugenichts, der auf einer Pilgerfahrt hörte, wie eine Person von häßlichem Aussehen um Sündenvergebung betete. Er sprach zu ihr: Warum, mein Lieber, willst du die Hölle dieses Antlitzes berauben? — Somit wäre hier zu übersetzen: Geize nicht mit deinem Antlitz, sondern mit der Hölle. Mit anderen Worten: Bete lieber, daß die Hölle vor dir bewahrt bleibe. Streicht man אלא, so kommt man dem arabischen Original noch näher (»Geize nicht mit deinem Angesicht gegenüber der Hölle«), vermißt aber den versprochenen Rat.