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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1915-01-01 · Heft 3 · p. Seite 116

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
59 (1915)
Issue
Heft 3
Article
Monumenta Talmudica
Date
1915-01-01
Page
Seite 116 (sequence 10)
Language
German
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IRI
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116 Monumenta Talmudica. sieben Höllenabieilungen (Nr. 684—706) ist ein ganzer Schatz alter Mythen aufgezeichnet. Ich habe vor Jahren in der Zeitschrift für Assyriologie über die Höllenvorstellung bei den Hebräern geschrieben und bin dabei von der (auch von F. zitierten) Stelle Erubin 19a über die 7 Namen der Hölle ausgegangen und zeigte den Einfluß bab. Vorstellungen bis auf jüdische Dichter des sechzehnten Jahrhunderts (ZA. 1890 pg. 41 ff.). Soweit kann man jene uralten Spuren verfolgen. Die Lehren über die Gestirne, Sonne, Mond, Sonnen- und Mondfinsternisse, Kometen, die Planeten und Fixsterne, ganz besonders die Bedeutung des Tierkreises zeigt sich in der jüdischen Tradition durch und durch von Babylonien abhängig. Die von Funk gesammelten und bearbeiteten Stellen und die daraus gezogenen Schlüsse sind schlagend. Kein Wunder; die Tradition selbst bezeichnet diese Kenntnisse als »Weisheit des Ostens«, die schon Salomo oder gar Abraham besessen und von den Völkern des Ostens überkommen haben sollen. Die Anschauungen über die vier Weitrichtungen, die Lage der Erde in der Welt, die Form der Erde und ganz besonders über die Bedingtheit des Irdischen durch das Himmlische, d. h. die Entsprechung und den Parallelismus irdischer und himmlischerVorgänge und Einrichtungen, ist gänzlich durchsetzt von Babylonismen. Die babylonische Auffassung von der Harmonie des Kosmos, insofern als die Erde, beziehungsweise dasSiammland mit seinenEinrichtungen, eine Parallele im Himmel haben müssen, machten sich auch die jüdischen Gelehrten, und offenbar auch das Volk zu eigen. Palästina, Jerusalem und das Heiligtum wurden diesen Entsprechungen gemäß symbolisch eingeteilt und ihrer geografischen Lage nach, und, soweit es den Tempel angeht, nach ihren Gerätschaften und heiligen Handlungen geordnet und gedeutet. Dabei spielen immerdi eTierkreiszeichen die größte Rolle, die schon auf die 12 Stämme im Wüstenlager, die Schaubrote, die Urim und Thumim, kurz überall, wo die Zwölfzahl sich zeigt, angewendet werden. Der Mensch als Mikrokosmos ist nicht minder ein Spiegelbild des Himmels. Für alle diese religionsgeschichtlich und kulturhistorisch gleichwichtigen Gedanken

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