Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 59 (1915)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Monumenta Talmudica
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 9)
- Language
- German
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Monumenta Talmudica. 115 von Funk herangezogene und interessant ausgebeutete Stellen, die mit scharfem Spürsinn herausgefunden worden sind, Zu dem schon vor Jahrzehnten zwischen Schräder und v. Gutschmid ausgetragenen Streite um Pul-Tiglatpileser ist die (Nr. 282) angeführte Stelle schön, in der die beiden einander gleichgesetzt werden. Es ist überhaupt zum Staunen, wie Vieles die alten Tradenten doch eigentlich schon gewußt oder geahnt haben, obzwar sie in der Regel schlechte Historiker waren. Die von Funk gesammelten und geordneten 164 Quellenstücke liefern eine Fülle historischlegendären Materials über die assyrisch-babylonisch-persischen Herrscher. Keinem der babylonischen Könige schenkte die jüdische Überlieferung soviel Aufmerksamkeit, wie dem Nebukadnezar. (Von Funk mit etwas Pedanterie immer Nabukudrossor genannt, wie er denn in der Nennung der biblischen babylonischen Namen überhaupt konsequent die babyl. Aussprache vorzieht.) Das ist ganz begreiflich. Denn kein König ist für die jüdische Tradition so wichtig wie er. Das von F. gesammelte Material ist deshalb besonders wertvoll. Ich habe bereits erwähnt, daß mir der Abschnitt »Weltbild«, zu welchem Funk 159 Stellen anführt und ordnet, und zu dem als Ergänzung der Abschnitt Weltanschauung mit 102 Stellen gehört, einer der gelungensten und originellsten zu sein scheint. Hier erkennen wir mit untrüglicher Sicherheit, wie mächtig die baby- Ionische Kultur eingewirkt hat und wie ausgreifend und weitreichend ihr Einfluß gewesen ist. Hier fühlt sich Funk auch offenbar am wohlsten und sichersten. So schwankend der astrologisch-astronomische Boden — wenn man vom Himmel so sagen darf — zu sein scheint, so klar sind hier die Kulturdiffusionen bei Wahrung und scharfer Herausstellung des monotheistischen Prinzips in allen noch so heidnisch klingenden jüdischen Überlieferungen. Das bemerkt auch Funk (S. 317). In der Ausmalung von Himmel und Hölle sind die jüdischen Tradenten, ob alter oder neuerer Zeit, völlig abhängig von Babel. Und da zeigt sich denn, daß im jungen Sohar tatsächlich uralte mythologische Überlieferung aufbewahrt ist. In der Schilderung der sieben Himmelspaläste und 8*