Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 59 (1915)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Monumenta Talmudica
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 8)
- Language
- German
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114 Monumenta Talmudica. Jeremias der Cicerone Funks im Reiche des Assyrisch-baby- Ionischen, und selbstverständlich auch Jastrow. So gut und Verläßlich diese ausgezeichneten Führer sind, blindlings darf man ihnen nicht folgen. Man darf keinesfalls so weit gehen, gutüberlieferte, hebraisierte, wenn auch assyrisch-babylonische Namen, zu korrigieren. Es geht nicht an für רגץ□ die Lesung und Schreibung סרגין; für רצץ wegen Assyr. Rasunu רצון (S. 311) und für אחשורש die Lesung אחשורש vorzuschlagen. In dem Kapitel »Kulte« S. 80 ff., Komment. S. 304, bringt Funk bekannte, aber bisher nicht genügend gedeutete und ausgebeutete Quellen, aus denen er interessante Identifizierungen ableitet. Es sind Stellen über die Tempel in Babylonien, babylonische Götter in Samaria und die baby- Ionischen Feste, über babylonische Götternamen in samaritanischen Überlieferungen, Abraham und die Tierkreisbilder, Josef Serapis, Ester Ischtar. Wenn wir auch nicht in allem zustimmen können und manche oberflächliche Übereinstimmung durchaus zurückweisen müssen, so sieht man doch, wie tief die altheidnischbabylonischen Vorstellungen Wurzel gefaßt, und wie lange sie sich erhalten haben. Gelungen ist unbedingt die Gleichsetzung von אקניתא mit dem Akitu-Feste (nach Zimmern KAT 3371,) einem Neujahrs- und Auferstehungsfeste des Gottes Marduk; weniger sicher die Zusammenstellung von בנוני) בחנוני) mit Bu-ni-ni, ganz unwahrscheinlich die Ausführung über כנוותה und vieles in der Note über die Mütter Abrahams, Davids, Simsons und Hamans (S. 306. 307.) Für ebenso interessant als wichtig, aber auch für nahe- Hegend halte ich die Gleichstellung von צללפונית und נשק mit Sarpanit und Nusku, die ich selbst niemals anders gedeutet habe. Wie sehr der Midrasch und wie oft er richtig gesehen und empfunden hat, zeigt die Tatsache, daß die Gleichstellung von Ester und Istar schon von ihm vorgenommen wurde, also nicht erst von Winckler und Jensen (S. 309.) Der große Abschnitt »Babylonische Geschichte« (S. 87 bis 176) erscheint mir als der am wenigsten ertragreiche. Das liegt in der Natur der Sache. Die Talmudlehrer hatten wenig geschichtlich ger ichtetes Interesse. Trotzdem finden sich manche,