Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 59 (1915)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Monumenta Talmudica
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 113 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Monumenta Talmudica, 113 schöner und geschickter wiedergegeben werden können. Die Treue der Übersetzung ist aber das Wichtigste, und diese ist, soweit ich blicken kann, im Ganzen gewahrt. Die interessantesten und ergebnisreichsten Abschnitte sind unstreitig: »Land und Leute« »Weltbild« und »Weltanschauung«, die auch im Kommentar am besten wegkommen. Funk ist in der Behandlung des zu »Land und Leute« gesammelten und behandelten Materials unabhängig und oft originell. Die geographischen Beiträge und Funde sind sehr schätzenswert, wie überhaupt in dem ganzen Kapitel ein frischer Zug herrscht. Hier kamen ihm seine eigenen gründlichen Vorarbeiten zugute, die Grundlagen seiner Geschichte der Juden in Babylonien. Wir lernen in diesem Kapitel wirklich Land und Leute kennen. Wenn auch die Quellen aus weit jüngerer Zeit stammen, als die Zeit ist, für deren Schilderung sie verwendet werden, so darf nicht vergessen werden, daß orientalische Verhältnisse dem Wechsel in Jahrhunderten weniger unterworfen sind, als occidentalische in Jahrzehnten. Im Orient erhielten sich Gebrauch und Sitte durch Jahrtausende; sogar Sprachausdrücke, Be- Zeichnungen für Gegenstände, Personen, Orte, bleiben sich ebensolange gleich. Das erkennt man deutlich an Einzelheiten, die sich im Leben und Verkehr aus ältester babylonischer Zeit bis in das Zeitalter der Amoräer erhalten haben. So z. B. die Sitte, daß Sklaven durch eine Sklavenmarke, die am Halse getragen wurde, gekennzeichnet waren, worauf ich in einem vor Jahren erschienenen Artikel (Babylonisches im babylonischen Talmud) hingewiesen habe und was auch Funk (S. 283 oben) anführt; ferner die Bezeichnung eines Dammbruchs mit בדקי, das dem assyr. Butuktu gleich ist (Funk S. 265); weiter die Erklärung des Viehfutters חושלא aus dem Assyrischen Hasalu als zerschlagene Gerste; endlich das ganze Verhältnis der Pächter und Pflanzer (S. 281) aus altbabylonischen Zuständen hergeleitet u. v. a. Völlig unter dem Banne Wincklers steht er in Weltbild und Weltanschauung. Der Panbabylonismus Wincklers ist vielfach angegriffen worden. Oft mit Unrecht Denn im Ganzen hat dieser überaus scharfsinnige, geistreiche Assyriologe richtig geurteilt und gesehen. Neben Winckler ist Monatsschrift, 59. Jahrgang 8