Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1915-01-01 · Heft 3 · p. Seite 111

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
59 (1915)
Issue
Heft 3
Article
Monumenta Talmudica
Date
1915-01-01
Page
Seite 111 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2829132-2829866-2829870-2893404--41712-2893429
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Monumenta Talmudica. 111 Bibel? Babel allerdings nimmt die ganze Frontseite ein und hat vielleicht — darüber später — dem ganzen Werke allzutiefe Spuren gegraben. Der Band »Bibel und Babel« will nur die auf Babylonien bezüglichen talmudischen Quellen bringen. Wenn auch im Vorwort, wohl gut beabsichtigt, von talmudischer Tradition als Quelle gesprochen ist, so kann doch mit Fug darüber gestritten werden, ob in diesen Kreis, in den wir ohne Bedenken die klassischen Midraschsammlungen — Rabba, Tanchuma, Pesikta, Jalkut — einbezogen sehen, auch Sohar und Seder Olam, den, nebenbei bemerkt, ich selbst zum großen Teile für das Werk übersetzte, und noch viele jüngere Quellen gehören. Talmudisches Traditionsgut ist allerdings auch hier bewahrt und überliefert; ja in manchem Belang oft uraltes und echtes. Es wird aber fraglos bei nichtjüdischeil Gelehrten, denen der Spürsinn und die Empfindung für traditionelle Echtheit oder Unechtheit abgeht, als unwissenschaftlich bezeichnet werden. Die chronologische Schichtung und Sichtung der zahllosen Traditionen ist überhaupt gänzlich außer acht gelassen worden. Ich muß gestehen, mit Recht. Genauigkeit ist bei anonym überlieferten Stoffen fast nur durch Analyse des Gedankeninhalts zu erzielen und selbst dann nur hypothetisch; bei nichtanonymen, durch die Namen der Tradenten. Es bleibt aber für die Sache selbst bei der Flüssigkeit der Überlieferungen und deren relativer Treue die Entstehungszeit ziemlich gleichgültig. Funk trat an seine Arbeit wohlgerüstet heran. Durch seine zweibändige »Geschichte der Juden in Babylonien« hat er sich als Historiker des Talmud bestens eingeführt. Seine »Entstehung des Talmud« und zahlreiche gelehrte Artikel über Babylonien in seiner Beziehung zum Judentum erwiesen seine volle Befähigung, dieses Gebiet zu bearbeiten. Die Quellen, insbesondere die talmudischen, beherrscht er, wie wenige. Als ich vor Jahren meine assyriologischen Forschungen auf den Talmud zu erstrecken begann, war diese Methode noch einsam und unbeachtet- Nur hie und da wurde eine Parallele erbracht. Mit der Vorherrschaft der Assyriologie auf dem Gebiete orientalischer Geschichts- und Religionsforschung,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.