Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 59 (1915)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Monumenta Talmudica
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 109 (sequence 3)
- Language
- German
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Monumenta Talmudica. 109 Halachaentwickiung selbst anlangt, ist ja unstreitig Riesenarbeit geleistet worden. Von Scherira bisj. H. Weiß und weiter. Das Quellenmaterial legten die Halachisten und Methodiker — ich nenne von den Modernsten nur Schwarz — in der Regel in toto vor und auch die Archäologen — ich nenne als den bedeutendsten Krauß — geben dem Gelehrten neben der Bearbeitung den Rohstoff zu eventuellem Neubruch. Einzelgebiete, wie Medizin, Botanik, Zoologie, Mathematik, Astronomie haben ihre spruchbefugten Darsteiler gefunden. Und auch die Haggada fand in Bacher einen untibertroffenen Bearbeiter. Für manche dieser Gebiete bleibt nach den Leistungen der Pfadfinder, wie in der Neuzeit Zacharias Frankel einer war, nur mehr Nachlese übrig. Die Monumenta Talmudica wollen das Original-Material in der Urform und Ursprache in gesäubertem, systematisch-geordnetem Texte mit sorgsamer Übersetzung und Kommentierung bringen, dem Gelehrten kein abschließendes vorweggenommenes Urteil im Gewand zusammenhängender Darstellung bieten, sondern die Quellen in ihrer Ursprünglichkeit und Frische, wie sie im Originale fließen. Das setzt naturgemäß lückenlose Vertrautheit mit dem Stoffe bei dem Bearbeiter voraus. Drei Konfessionen haben sich in anerkennenswerter Harmonie vereint, die Monumenta herauszugeben: Juden, Katholiken, Protestanten. Nachdem M. Altschüler, der unter den Initiatoren war, bald ausgeschieden war, trat ich als Hauptmitarbeiter ein und führte bald Funk ins Treffen, der an meine Stelle trat und die Bearbeitung des ersten Bandes mit der Stelle als Herausgeber und Vertreter des Judentums übernahm. Als Katholik zeichnet Hofrat Professor Neumann von der Wiener Universität, als Protestant der inzwischen verstorbene Wünsche, der sich durch seinen Arbeitsgenossen und Freund Winter während seiner Krankheit vertreten ließ. Diese trinitas literarum soll für absolute Objektivität Bürgschaft leisten, die doch auch bei der Auswahl der Quellenstücke in Frage kommt. Alle Konfessionen haben ein lebhaftes Interesse daran, daß aasschließlich wissenschaftliche Wahrheit die Tendenz des Werkes sei. Man kann die ängstliche Besorgnis über diesen Punkt gerade