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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1915-01-01 · Heft 2 · p. Seite 78

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
59 (1915)
Issue
Heft 2
Article
Neuaufgefundene römische Inschriften aus einer jüdischen Katakombe
Date
1915-01-01
Page
Seite 78 (sequence 2)
Language
German
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78 Neuaufgefundene römische Inschriften a. ein. jüdischen Katakombe. kundiger Führung gestattet wird, in Begleitung eines Baumeisters und des Direktors des Taubstummeninstitutes einzelne Korridore. Von außen schon sieht man seinem Berichte zufolge für Kinder-!eichen bestimmte Nischengräber, welche hergestellt wurden, indem ein viereckiger Raum durch vertikal übereinander angebrachte Parallelwände abgeteilt wurde. Der unterirdische Raum wird durch breite Korridore, in welche schmälere einmünden, durchschnitten. Der gesamte inschriftliche oder bildliche Schmuck ist beseitigt. In dem erwähnten Zimmer des Lateranensischen Museums sind 11g Inschriftenplatten in die Wände eingelassen, dazu kommt noch eine Anzahl mit Stempeln signierter Ziegel und auf Tonplatten gemalter Inschriften, die beim Bau der Särge und bei der Verkleidung der Wände verwendet wurden. Sie befinden sich in Vitrinen unterhalb der Katakombeninschriften, konnten aber von dem Verfasser bisher nicht eingehend untersucht werden. Was die Sprache, in der diese epigraphischen Dokumente verfaßt sind, betrifft, so war von vornherein ein großer Prozentsatz griechischer Inschriften zu erwarten, da die griechische Sprache die Umgangssprache der jüdischen Diaspora war. Es findet sich aber auch eine Anzahl von lateinischen Inschriften vor, die im allgemeinen jüngeren Datums sind, weil das Eindringen römischer Kulturformen erst in der Kaiserzeit bei den Juden wahrzunehmen ist. Außer der griechischen und lateinischen Sprache bediente man sich auch, freilich nur sporadisch, der hebräischen bei Abfassung der Inschriften. Fünf Epitaphien sind in hebräischer Sprache verfaßt, und eines bietet teils griechischenText in griechischen Buchstaben, teils hebräischen in hebräischen Schriftzügen. Eine genauere Untersuchung der griechischen und hebräischen In- Schriften behielt Prof. Riba einer späteren Arbeit vor. Die uns vorliegende Abhandlung beschäftigt sich nur mit den in lateinischer Sprache verfaßten. Das Material ist Marmor, die Buchstaben sind mit roter Farbe übermalt. Eine Inschrift lautet: Amid, ego vos hic exspecto, Leo nomine et signo Leontius. Hier fällt uns das Wort signum auf, das im Gegensatz zu nomen gebracht wird. Signum bedeutet nach Diehls

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