Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 59 (1915)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Eine spasshafte Prozessgeschichte mit ernstem Hintergrund
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 4)
- Language
- German
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68 Eine spaßhafte Prozeßgeschichte mit ernstem Hintergrund. Auch dieses Urteil enthält mindestens in der Allgemeinheit seiner Form eine Verdrehung des Tatbestandes .... Dieses Urteil in seiner Allgemeinheit ist abermals irreführend und enthält eine Verdrehung« (Dies alles auf der einen Seite 48). »Auch hier wird der Tatbestand gehässig verdreht« (S. 49). »So läßt der Verfasser sich weiterhin in einzelnen Fällen geradezu positive Unwahrheiten zu Schulden kommen« (S. 50). »Was Fritsch hier vorbringt, ist nicht allein positiv unwahr, sondern es zeugt zugleich von so kindlicher Unwissenheit, daß man sich allen Ernstes fragen muß, ob die geistige Verfassung dessen, der so etwas drucken lassen kann, ein wissenschaftliches Gutachten über das Geschriebene, und nicht vielmehr ein solches über den Schreiber lohne« (S. 51). Diese Auswahl wird genügen, um den Leser zu dem Ausruf zu bewegen: «Eine solche Verteidigung ist mir noch ' nicht vorgekommen«! Was könnte eine Anklage Schlimmeres Vorbringen? Ich meinerseits begreife nicht, wie Fritsch von diesem Gutachten hat sagen können, daß »in Verfolg dessen die Anklage wegen des Jahwe-Buches nunmehr niedergeschlagen worden ist« (S. 2). Er selbst ist von Kittel niedergeschlagen, und zwar mit einem Knüttel. »Aber«, so wird der Leser fragen, »wie ist denn doch die tatsächliche Niederschlagung der Anklage auf Grund des KitteFschen Gutachtens zu erklären?« Die Antwort setzt allerdings dem Spaß die Krone auf. Kittel schreibt nämlich diesem von ihm, wie jeder Unbefangene sagen wird, völlig disqualifizierten Fritsch trotz dessen »positiven Un- Wahrheiten«, »kindlicher Unwissenheit« und »gehässigen Verdrehungen« — man höre! — eine »Überzeugung« (S. 58) zu. Er sagt ferner von ihm, daß »seine Sätze gewisse Wahrheitselemente enthalten«, wogegen »freilich um so stärker immer wieder zu betonen (ist), daß dasjenige, was er aus den Tatsachen macht, ein »vollendetes Zerrbild des alttestamentlichen Jahwe ergibt« (S. 63). Andererseits sagt Kittel von Fritsch: »Aus ihm (dem Jahwe-Buch) aber kann ich nicht den Eindruck des bewußten (und dann raffinierten) Lügners und Fälschers der Wahrheit gewinnen, sondern nur den des .... Fanatikers