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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 5 · p. Seite 583

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 5
Article
Die Darstellung der Juden im deutschen Roman des zwanzigsten Jahrhunderts
Date
1914-01-01
Page
Seite 583 (sequence 22)
Language
German
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des zwanzigsten Jahrhunderts. 583 steht vor dem Betpult an der Ostecke des Saals. Jedes Jahr an den Feiertagen vereinigt er mit seinem starken Willen und der zähen Ausdauer, die den Juden gegeben ist, die Glaubensgenossen in der Stadt. Ein großer magerer Mann, auch Jonathan ist mager, (Sonderbar! Bei jüdischen Schriftstellern sind die Juden mager, bei christlichen fett) ist dieser Abarbanell, etwas gebeugt unter der Last der Jahre und der Verbannung im Lande der Amalekiter. I c h habe diese Anschauung, obwohl in einer frommen, kleinen Gemeinde aufgewachsen, nie gehört. Die Menschen, denen sie wie andere ähnliche Anschauungen und Gefühle zugeschrieben werden, sind konstruierte Menschen, homunculi. »Und er beugte sich dreimal vor dem Buche, das aufgeschlagen vor ihm lag und erhob die Stimme zu seltsamen (?), heißen Worten, die auch denen, die sie nicht verstanden, wie Drang und Sehnsucht, Zorn und Klageruf klangen. (Ist das nicht Berauschung an tönenden Worten?) Und immer sehnsüchtiger, immer heisehender, immer anklagender wurde die Stimme des alten Mannes, dem Fasten und das unaufhörliche Stehen seit dem frühen Morgen noch immer nichts hatten anhaben können. Die anderen aber erhoben sich und riefen gleich ihm. Und da beugten sich alle Männer und wehmütigen (?) Frauen, und als der Vorbeter noch einmal jenen seltsamen Anruf ertönen ließ, da fielen sie auf die Kniee, wie von einem Blitz getroffen.« Frage: Darf ein Jude beim Gebete knien und muß das nicht den Eindruck hervorrufen, als ob eine sonderbare Sekte ihren düsteren Gottesdienst verrichte? »Nur Jonathan hat sich nicht auf die Kniee geworfen ... In seiner Seele ist eine furchtbare Bitterkeit und der ganze drohende Haß Israels gegen die, die das Volk, sein Volk, in die Verbannung gejagt (wer ist das?), in der Verbannung gepeinigt, erniedrigt und fast erdrückt haben. Gott? — Nein, Gott war nichts, ein Hauch, ein Schemen, aber Israel, das Volk war etwas.« Und nun

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