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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 5 · p. Seite 578

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 5
Article
Die Darstellung der Juden im deutschen Roman des zwanzigsten Jahrhunderts
Date
1914-01-01
Page
Seite 578 (sequence 17)
Language
German
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578 Die Darstellung der Juden im deutschen Roman suchen; woran ich denke, ist ein Musterstaat, eine B üte der Kultur, wie Griechenland sie einst gekannt hat.1)... Und nun stellen Sie sich vor, heraus aus dieser haßerfüllten Luft, frei von Bedrückung, der Zugang zu jeder Laufbahn offen ... inmitten eines Volkes, daß sich noch durch ein Großes über die antike Welt erhebt, durch die Innigkeit seines Familienlebens, durch die Stellung seiner Frauen, die Heiligkeit der Ehe, das Füreinanderstehen und Zueinanderhalten.« »Heraus möchte ich hier schon aus... manchem,« ist Rudolfs Antwort. »Aber Ihr Musterjudenstaat verlockt mich nicht. Es wäre doch wieder nur ein Ghetto, wenn auch ein riesengroßes, und die Völkerschaften würden blühen. Sie würden rechtbehalten, es wäre ein Füreinanderstehen, ein Zueinanderhalten, ein Sichfördern und ein jedes Losreißen der Individualität wäre verpönt... Wenn ich die Macht hätte etwas zu gründen, so wäre es eine Genossenschaft von Menschen, die jenseits von Gesetz und Staat nur durch den Geist verbunden sind.« Es sind Lehren Stirners und Nietzsches, die aus Rudolf sprechen, der doch gegen seinen alten, kranken Vater erbarmungslos ist. Religion und Volk sind ihm nichts. Da es am wenigsten hier der Ort st, über Beider Hirngespinste, insbesondere über Zionismus irgend einer Art zu sprechen, so muß ich es unterlassen, das Richtige und Unrichtige in den Ansichten Bachers oder der Hauschner zu untersuchen. Auch Johanson, der als Schwede wohl besonders viel Gelegenheit hatte, Juden kennen zu lernen und demnach richtig zu beurteilen, gibt seine Weisheit zum Besten, und zwar gegenüber Kamilla: »Ihr Bruder täuscht sich über sich... Er glaubt sich lebensüberdrüssig und ist doch nur lebensunzufrieden und er ist es, weil er niemals fähig ist von sich abzusehen und sich unpersönlich im Kosmos zu ver- Heren. Das ist übrigens ein Fehler, den alle Juden haben (das heißt wohl die Juden im Roman!). Sie sind zumeist ‘) Vgl. unten Wrede, die Goldschilds.

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