Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 550 (sequence 9)
- Language
- German
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550 Das Königlich Westphälische Konsistorimn der Israeliten, über die wir nichts Näheres erfahren. Der Judenschaft muß diese Strafe wohl als keine hinreichende Sühne erschienen sein. Jedenfalls erhob Steinhardt in ihrem Namen Beschwerde. Die zum Bericht aufgeforderten Gymnasial- Professoren weisen die Klage in recht erregter Weise und in den heftigsten Ausdrücken, wie Unverschämtheit und Verleumdung, zurück, mit dem Erfolg, daß im Aufträge des Gouverneurs die Regierung dem Rabbiner die unüberlegte Beschwerde verwies. Für die nächsten Jahre lassen uns die Quellen fast völlig im Stich. So stehen wir ratlos vor der merkwürdigen Tatsache, daß der seit dem 7. Februar 1815 als Oberrabbiner von Münster und der Mark fungierende frühere Untergebene Steinhardts, Abraham Sutro, 1818 mit der Judenschaft des ehemaligen Fürstentums Paderborn einen Kontrakt schloß, wonach diese zu seinem Gehalt einen jährlichen Betrag von 126 Reichstalern leistete. Die Summe wurde bis 1850 aus der Kasse der Judenschaft des ehemaligen Fürstentums Paderborn bezahlt, nach Auflösung dieser Kasse aber von den einzelnen Gemeinden des Bezirks repartiert, so daß die Gemeinden außer dem Gehalt für ihren Rabbiner auch noch einen Beitrag zu Sutros Gehalt aufbrachten. Steinhardt muß sein Amt schon etwa ein Jahr vor seinem im September 1825 erfolgten Tode niedergelegt haben1). Denn 1824 bewarb sich Oberrabbiner Sutro um den vakanten Posten. Die Mindener Regierung bemerkt ihm, der vakante Oberrabbinerbezirk Paderborn werde keinesfalls mit dem von Münster, eher mit dem zu Bielefeld vereinigt werden. Später erreichte Sutro aber doch, wie es scheint, auf Grund freiwilliger Vereinbarung, sein Ziel2). Steinhardts Gattin *) Vgl. oben S. 186. 5) Ob Friedbeim 1824 noch im Amte war, ist auch nicht bekannt. Da vermutlich aber die Stelle mit seinem Tode ebenso einging, wie die Steinhardts, so scheint dies der Fall gewesen zu sein. Ueber Sutro vergleiche Mitteilungen des Gesamtarchivs der deutsehen Juden a. a. O.