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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 5 · p. Seite 545

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 5
Article
Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten
Date
1914-01-01
Page
Seite 545 (sequence 4)
Language
German
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Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten. 545 binerhaß anstaunen soll, die dem Verfasser die Feder geführt haben. Der Hauptinhalt seiner Ausführungen läßt sich in folgende Punkte zusammenfassen. Das Rabbinat war und ist im allgemeinen, und für die Gemeinde Neuenkirchen im besonderen, eine mindestens völlig überflüssige, ja selbst höchst schädliche Institution. Zur Zeit des israelitischen Staates kam man ohne Rabbiner sehr gut aus. Erst seit ungefähr tausend Jahren datiert die Neuerung, zur Schlichtung von Streitigkeiten der Juden unter einander Rabbiner anzustellen. Seit hundert und mehr Jahren hat man ihnen nun die Jurisdiktion genommen, sie aber, obwohl sie nunmehr keine Existenzberechtigung mehr besaßen, dort, wo sie einmal waren, beibehaiten. Im ganzen Königreich Preußen, außer in Berlin, gibt es keine Rabbiner (!) »Die jüdische Gemeinde der Grafschaft Rittberg stand nie unter der Gewalt eines Rabiners. Sie wünschen auch keinen, sondern wollen von dieser Last befreit bleibent Es beruhet wohl in der Notorität, daß mancher Rabiner zur Verbreitung von Moral und Humanität und Annäherung der verschiedenen Religions-Partheien eben so wenig geeignet ist als man von der spanischen Inquisition sagen könnte, sie hätte Aufklärung oder sonst etwas Gutes zu Wege gebracht. Erprobt ist es vielmehr, daß die Israeliten im Fürstentume Waldeck, Bükeburg, Grafschaft Rheda, hier und überall, wo niemals Rabiner existierten, mora- Jischer, humaner und aufgeklärter sind, als da, wo sie sei. Jahrhunderten unter dem eisernen Joche eines phantastischen Rabiners standen«. Der Verfasser, dessen Namen der Nachwelt leider nicht erhalten blieb, hält es zwar nicht für unmöglich, daß »Herr Steinhardt eine Ausnahme von jenen Subjekten verdiene«. Aber er wohne zu weit von ihnen und könne ihnen deshalb so wenig nützen wie ein Hirte seiner Herde, die zehn oder mehr Stunden entfernt von ihm weide. Nachdem so die Überflüssigkeit des Rabbineramtes gezeigt worden ist, wird ebenso seine Schäd- Monatsschrift, 58. Jahrgang. 35

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