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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 5 · p. Seite 536

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 5
Article
Die jüdischen Realschulen Deutschlands
Date
1914-01-01
Page
Seite 536 (sequence 24)
Language
German
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536 Die jüdischen Realschulen Deutschlands. ligen Rabbinatskandidaten Carlebach aus Berlin beriefen damit er ihren Kindern auf privatem Wege einen strengtraditionellen Religionsunterricht erteile. Dieser umfaßte von Anfang an Kinder beiderlei Geschlechtes und der diversesten Schulanstalten. Der Kreis der Zöglinge wurde nach und nach noch weiter, so daß der »Talmud-Tora-Verein« der Schule 1904 ein eigenes, dreistöckiges Gebäude mit netter Synagoge errichtete. Letztere wurde bald der Kern einer kleinen orthodoxen Religionsgenossenschaft, die den Zusammenhang mit der Großgemeinde nichtdestoweniger bis heute aufrecht erhält. Mit der Zeit trat die Notwendigkeit, auch die Möglichkeit der Errichtung einer konfessionellen, weltlichen Lehranstalt in den Vordergrund. Es bildete sich ein »Israelitischer Schulverein« mit derzeit ca. 100 Mitgliedern; aus Nah und Fern liefen größere Beiträge ein, so 12.000 M aus Moskau, 5000 M durch den Hilfsverein der deutschen Juden, 10.000 M von einem Bruder des Direktors, Agudas Jisroel versprach Subvention usw. Nachdem am 20. September 1911 die Genehmigungs- Verordnung des Ministeriums eingelaufen war, konnte zu Ostern 1912 die Schule in zwei getrennten, provisorischen Schullokalitäten eröffnet werden. Aber schon im nächsten Jahre errichtete sie sich in der Nähe des weiterhin selbständig wirkenden Talmud-Tora-Heims ihren eigenen Prachtbau, in dem für die größte Ausdehnungsmöglichkeit vorgesorgt wurde, und dessen feierliche Einweihung am 25. Juni 1913 stattfand. Der Schuletat betrug im ersten Jahre ca. 50.000 M; davon wurden 35.000 M durch Schulgeld, 5000 M durch Vermietung der Aula, eines der größten Säle Leipzigs, das übrige durch den Verein gedeckt. Letzterer wählt außer einem Vorstand noch ein 6-gliedriges Kuratorium, das Organisation und Betrieb der Schule überwachen soll. Derzeit sitzen im Kuratorium als Vorsitzender Prof. Dr. J. Barth-Berlin, außerdem nebst zwei russisehen Herren, Prof. E. Mittwoch-Berlin, Reichstagsmitglied

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