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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 5 · p. Seite 528

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 5
Article
Die jüdischen Realschulen Deutschlands
Date
1914-01-01
Page
Seite 528 (sequence 16)
Language
German
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528 Die jüdischen Realschulen Deutschlands. »Austrittspolitik« auch hier keinen ungeteilten Beifall fand und eben eine süddeutsche Autorität, Rabb. S. Bamberger-Würzburg einen lebhaften, literarischen Kampf dagegen führte. Aber die Notwendigkeit einer energischen Vertretung der konservativen Interessen, auch einer gesonderten Erziehung der Jugend, lernte man an diesen durch uralte Traditionen geheiligten Stätten sehr bald einsehen. Die erste Gelegenheit eines Schulkonfliktes ergab sich bereits im Jahre 1861 in der damals kaum 20.000 Einwohner Geiste gegründeten, späteren Realschule will ich hier kurz Erwähnung tun. Am 19. Oktober 1903 wurde in Antwerpen mit Unter- Stützung der orth. Gemeinde, sowie eines Schulvereines eine »Vereinigte isr. Real- und Religionsschule, Jessöde ha-Thöra« eröffnet. Ihre Entstehung führt der L Jahresausweis auf den Umstand zurück, daß »es wohl kaum eine Stadt in Europa gibt, die während der letzten drei Jahrzehnte einen im Verhältnis zu ihrer Einwohnerzahl gleich großen Zuwachs ihrer jüd. Bevölkerung zu verzeichnen hat, als die Handelsmetropole an der Schelde.« Direktor J. Nobel organisierte vorläufig vier Klassen: 3 Volksschulklassen und die Sexta der Realschule, die von 62 —- zur Hälfte Begünstigungen genießenden — Schülern besucht wurden. Der jahresaufwand war noch sehr bescheiden, kaum 10.000 Frcs, aber von den wöchentlich erteilten 1332/ג Stunden waren 801/* jüdischen Disziplinen gewidmet, und da die meisten Schüler aus Osteuropa stammten, auch höheres Durchschnittsalter besaßen, konnte sich der Jahresbericht damit rühmen: »Die jüd. Leistungen finden entsprechend der guten Vorbildung unserer Zoglinge in den gleichen deutschen Anstalten kein Analogon.« 1907 erbaute sie für 90.000 Frcs. ein eigenes Schulhaus, in dem seit 1909 auch ein Kindergarten für 30 Zöglinge untergebracht ist. Derzeit besteht die »Isr. Schule« aus 6 Klassen mit 160 Schülern, soll aber zu einer 9-klassigen belgischen Vollschule ausgebaut und unter Aufsicht der Regierung gestellt werden. Neben 24 deutschen Stunden werden 27 Stunden Französisch und Vlämisch gegeben, besonderer Wert wird aber auf das Hebräische gelegt, das von Anfang an nach modernster Methode als lebende Sprache unterrichtet wird. Die durch einen aktienzahlenden Schulverein erhaltene, durch die Machasike Hadass-Qemeinde subventionierte Anstalt steht durch Ihr Kuratorium mit der Antwerpener Leitung der Jaffaer Tachkemoni-Schule in Verbindung; das Direktorat ist seit dem Abgänge Dr. J. Mirkins nach Palästina vakant.

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