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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 5 · p. Seite 524

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 5
Article
Die jüdischen Realschulen Deutschlands
Date
1914-01-01
Page
Seite 524 (sequence 12)
Language
German
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524 Die jüdischen Realschulen Deutschlands. wenigen, aus der Frankfurter Großgemeinde ausgetretenen Getreuen die sogenannte »Isr. Religionsgenossenschaft« begründet, noch war die Synagoge nicht aufgebaut, als Rabbiner Hirsch dem Vorstande schon den Plan einer Realschule für Knaben, sowie den einer höheren Mädchenschule vorlegte. Am 2. Dezember 1852 wurde die Vorlage vom städtischen Großen Rat genehmigt, die Schule der gemischten Kirchen- und Schulbehörde unterworfen, und am 1. April 1853 konnte sie mit 55 Knaben und 29 Mädeben, die in vier Klassen (VI.—111.) eingeteilt waren — die unteren drei mit ungetrennten Geschlechtern — eröffnet werden. Die Aufsicht lag einem fünfgliedrigen Kuratorium- Schulrat ob, der aus dem Vorstand, Ausschuß und den Mitgliedern der Religionsgesellschaft gev/ählt ward. Seele und Leiter der Schule blieb aber Rabbiner Hirsch als Direktor! Das Programm der Schule wird gewöhnlich mit den Worten der »Väter« zitiert: ״תורה עם דרך &רץ״, d. h. in Hirsch’s Fassung: »Das Element des religiösen Lebens und das der allgemeinen, sozialen Bildung sollen mit gleicher Sorgfalt gepflegt und gefördert werden«. Denn Religiosität und Bildung, jüdische Gelehrsamkeit und praktische Lebenskenntnisse »schließen sich nicht nur nicht gegenseitig aus, sondern bedingen, ergänzen, vollenden einander und erst in inniger Vereinigung und Durchdringung erzeugen sie das Heil, das überhaupt auf Erden anzustreben ist«. Hirsch begnügte sich jedoch nicht mit einer rein äußerliehen Kontamination von jüdischen und profanen Fächern: so wie er dem Unterrichte anfangs einen ziemlich einheitliehen, selbständigen Lehrplan zu Grunde legte, so hatte er ein von altjüdischen Grundsätzen abgeleitetes, trotzdem ganz modern anmutendes System der Didaktik, auch eine bis in die Details gehende Schuldisziplin1). Bei ihm erzieht *) Auf Grund mehrfacher Programmabhandiungen versucht der derzeitige Direktor Dr. G. Lange die Zusammenstellung der Hir8chJ sehen Theorie: »S, R. Hirsch als Paedagoge« in der »Festschrift zur

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