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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 5 · p. Seite 522

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 5
Article
Die jüdischen Realschulen Deutschlands
Date
1914-01-01
Page
Seite 522 (sequence 10)
Language
German
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522 Die jüdischen Realschulen Deutschlands. Judentums einer in gewissem Sinne reaktionären »romantischen« Gegenbewegung, wie ja auch in der Literatur dem Klassizismus des Allgemein-Menschlichen die nationale Neubelebung der Romantik folgte. Jüdische Minoritäten sind e& vorzüglich, die statt der »Bildung der Juden« nunmehr »jüdische Bildung« fordern und predigen. Sogar der alte Mendelssohn wird von den Konservativen für ihre Riehtung in Beschlag genommen1). Und je gewagter, radikaler dort die Entfernung vom traditionellen Judentum war, desto fanatischer, intransigenter war hier der Widerstand: qualis actio, talis reactio! Eben in Frankfurt, wo die in Creizenachs Spuren tretenden »Reformfreunde« (1842) schon Talmudautorität und Messiasglauben verwerfen, Circumcision und Speisegesetze abschaffen wollten, wo die zweite Rabbinerversammlung die hebräische Sprache als entbehrlieh über Bord zu werfen suchte, hier mußte die Neo- Orthodoxie mit größter Gewalt einsetzen. Als erstes Positivum dieser Richtung entstand denn auch hier 1853 im Zeichen der ausgesprochenen »Antireformation« jene Schulgründung, die bis heute als die Hirsch’sche angesprochen wird. Samson Rafael Hirsch gilt als Begründer und wirkungsvollster Verteidiger dieser Richtung. Eigentlich selbst Reformator im lutherischen Sinne, voller Glut, Glaubensinnigkeit und Gemütstiefe, nimmt er dem Judentum gegenüber doch einen ganz anderen Standpunkt ein, als die Reformatoren seiner Zeit, ja selbst als die von ihm anerkannten Koryphäen der Vergangenheit, Maimonides und Mendelssohn. Während jene mit vorgefaßten philosophi- J) S. Ben Usiels (S. R. Hirsch) Ausführungen in seinen »Neunzehn Briefe über Judentum« (1836), besonders S. 102, oder die in konservativem Geiste geschriebene »Geschichte der Juden« von Dr.. L. Löwenstein, Mainz 1904. »Ein Teil seiner Schüler aber hat in mißverstandener Auffassung der von ihrem Lehrer aufgestellten Grundsätze, die Wege verlassen, die ihnen vom großen Meister vorgezeichnet wäre«« (S. 209).

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