Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Die jüdischen Realschulen Deutschlands
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 517 (sequence 5)
- Language
- German
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Die jüdischen Realschulen Deutschlands. 517 teren Rangerhöhung der Schule das Wort redete, um das Recht der Abgangsprüfungen ansuchte und dieses 1870 auch erhielt. Seither paßte sie sich — mit steter Betonung ihres konfessionellen Charakters — in jeder Beziehung den preußischen Realschulen an, erhielt aber erst 1889 ihren ersten, den heutigen Direktor. Was ihr Verhältnis zum Staate anbelangt, wird sie von der Reichsschulkommission zu den Privatschulen gerechnet, obgleich sie von der Ham״ burger Oberschulbehörde als halböffentliche angesehen wird, weil sie als Stiftungsschule keinen aus ihr Vorteil ziehenden Eigentümer hat. Hiemit wären wir bei einem Punkte angelangt, den wir bisher unerwähnt gelassen haben, der aber für die Geschichte und Richtung der Anstalt von ebensolcher Bedeutung war, wie das tatkräftige Eingreifen geistlicher, rabbinischer Leiter in ihren Lehrplan. Schon von Anfang an war die Organisation der Schulleitung eine recht verwikkelte und umständliche: 3 Vorsteher (Gabbaim) und 16 Aufseher (Maschgichim) widmeten einen beträchtlichen Teil ihrer Zeit der Aufsicht und der Fürsorge für die Zöglinge; zu der Gemeindeverwaltung stand dieser Vorstand in freundschaftlichem, aber nicht untergeordnetem VerhäLtnisse, trotzdem die Gemeinde Altona von jeher einen Zu״ schuß zum Budget geleistet, auch sonstigen Einfluß auf die Schule genommen hatte. Als sich jedoch die Dreigemeinde auflöste und an deren Stelle 1821 die deutschisraelitische Gemeinde in Hamburg trat, war es mit dem guten Einvernehmen bald zu Ende. In die Gemeindestube war die Reform eingezogen, und Männer des «Tempel- Vereins« wollten sich auch der Talmud Tora-Schule bemächtigen, die in Gemeindekreisen einen recht guten Klang besaß. Aber das Direktorium, obwohl zusammengeschrumpft und mit materiellen Sorgen kämpfend, widersetzte sich tapfer diesem Ansinnen, da es von Seite der Gemeindeadministration eine Verschiebung in religiöser Hinsicht be^