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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 5 · p. Seite 516

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 5
Article
Die jüdischen Realschulen Deutschlands
Date
1914-01-01
Page
Seite 516 (sequence 4)
Language
German
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516 Die jüdischen Realschulen Deutschlands. betrug im Jahre 1814 nicht mehr als 10 Mark die Woche! Erst der 1821 gewählte Oberrabbiner von Hamburg, der bekannte Chacham Bernays hauchte der Schule neues Leben ein. Indem er als »geistlicher Beamter« an die Spitze des Schuldirektoriums trat, das selbst eine neue Organisation erhielt, gestaltete er die Schule zu einer weitliehen Volksschule aus. Die deutsche Muttersprache, sowie einige Realien traten in ihre Rechte, wogegen Bernays den Mut besaß, den Talmud für die unfähigen Kinder ganz zu streichen, auch die Methode des sonstigen hebräischen Unterrichtes zu reformieren. Die zehnklassig geplante Schule enthielt in Wirklichkeit nur 6 Gruppen mit 8 Jahrgängen, denen sich eine »Pepiniere für künftige Religionslehrer« anschließen sollte. Die Schüierzahl, 1822:185 betragend, blieb während dieses Zeitraumes der Volksschule ziemlich konstant. Mit dem Einführen des folgenden Rabbiners Ascher Anschei Stern als Ephorus in die Schule ging jedoch die Entwicklung der Schule in ein rascheres Tempo über. Aus dem Vermächtnis eines vorurteilslosen Hamburger Bürgermeisters Ch. Daniel Benecke ward ein neues Schulgebäude errichtet, die Schule bekam einen umfassenden Lehrplan (Instruktion) und ein fixes Kiassensystem. Stern führte zuerst Lehrerkonferenzen und Schulzeugnisse ein, veranstaltete patriotische Feiern und Ausflüge, bürgerte sogar den Turnunterricht unter Leitung von Militär- Personen ein, obwohl die »Verantwortung« dafür noch Jahre hindurch den Eltern überlassen blieb. Nebenbei hielt die Talmud Tora-Bürgerschuie in den profanen Fächern mit den übrigen Hamburger Schulen gleichen Schritt, machte z. B. schon 1850 einen Versuch mit der Einführung des Englischen »zur Förderung des Fortkommens, wie auch als Belohnung für bewiesenen Lerneifer«. Als nach Königgrätz die Uniformierung vorläufig der norddeutschen Schulen begann, war es wieder der Ephorus Stern, der einer wei״

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