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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 5 · p. Seite 515

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 5
Article
Die jüdischen Realschulen Deutschlands
Date
1914-01-01
Page
Seite 515 (sequence 3)
Language
German
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Die jüdischen Realschulen Deutschlands. 515 düng und bar alles Wissens.. .«1). Mendel Frankfurter ging also von Haus zu Haus, bat, flehte, forderte, und in Jahresfrist war die notwendige Summe beisammen; durch das Wohlwollen dreier Spender sogar ein eigenes, zwar bescheidenes Schulgebäude. Mit 60 Schülern wurde hier (in der Altonaer Elbstraße) am (1. Nissan =)31.März 1805 die Schule eröffnet, die natürlich bloß die elementarsten, bürgerlichen Kenntnisse zwecks täglichen Broterwerbs bieten konnte. Hingegen wurde in einer Klausel der Hausstiftungsurkunde als »unveränderliche Bestimmung« der Schule festgegelegt, daß sie die Schüler zu gottesfürchtigen, talmud-, resp. bibelkundigen Männern, wo möglich zu Gelehrten erziehe. Es wurden demnach drei Lehrer des Hebräischen aufgenommen und einer für die profanen drei Stunden täglich. Klassen gab es noch nicht, sondern jeder Schüler mußte je nach seiner Vorbildung und nach Vorschrift des Lehrkörpers die Vorträge der einzelnen Lehrer aufsuchen. Unterrichtet wurde von Früh bis Abend und allwöchentlich gab es »Verhöre«. Als nach Ablauf des ersten Semesters die prüfenden »Gabbaim« (Vorsteher) weder vom Wissen, noch vom Betragen der Knaben zufriedengestellt waren, wurde beschlossen, die Zöglinge auch über Mittag unter Aufsicht im Schulhause zu behalten und sie mit Speise und Kleidung zu versorgen. Ja, im dritten Jahre finden wir schon eine bedeutendere Stiftung vor, die abgegangene Schüler in der Erlernung eines Handwerkes unterstützen will. »Nach vieljähriger Unterbrechung kommt man heutzutage, — so meint der Verfasser der Festschrift, — wieder auf dieselben Unterstützungen zurück.« Doch das anfangs rege Interesse nahm bald ab. Vereinzelt treffen wir wohl Beiträge, wie das von S. Warburg, ein Jahrzeitslegat vom Frankfurter Meyer Rothschild; aber während der Napoleonischen Wirren verließ die halbe Judenschaft die Stadt, der ganze Schuletat 1j Aus einer hebräischen Würdigung des Mannes durch seinen Sohn Frankfurter-Mendelssohn (im Pne Tebel). 33’

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