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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 4 · p. Seite 499

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 4
Article
Die Darstellung der Juden im deutschen Roman des zwanzigsten Jahrhunderts
Date
1914-01-01
Page
Seite 499 (sequence 17)
Language
German
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des zwanzigsten Jahrhunderts. 4S9 denn vornehm wollen sie sein, sie wissen nur nicht, wie man es anstellt.... Eine solche reiche oder reichtuende Jüdin der Großstadt versteht aus einem Gebetbuch nicht zwei Zeilen zu lesen, meidet die Synagoge wie das Fege- {euer (? von dem übrigens die Juden nichts wissen), begegnet ihren Glaubensgenossen mit Geringschätzung, antisesemitelt bei jeder Gelegenheit, zürnt, wenn ihren Kindern in der Schule die Grundbegriffe des jüdischen Glaubens beigebracht werden sollen und ist glücklich, wenn ihr Söhnchen das Vaterunser herzusagen weiß und vom Weihnachtsfest und Jesukindlein schwärmt... Sie braucht sich nur noch überladen zu kleiden, jährlich drei Kurorte aufzusuchen und das Geld zum Fenster hinauszuwerfen, um mit der blaublütigsten Gräfin auf einer Stufe zu stehen ... Es gibt ja auch in den Großstädten zahlreiche brave, sparsame, arbeitende Jüdinnen, doch den größten Teil der wohlhabenden und reichen sollten Sie einmal kennen ... Diese Frauen faulenzen, spielen stundenlang Karten, putzen sich, vertilgen Berge von Süßigkeiten, verbringen halbe Tage in den Konditoreien oder Cafds, laufen ins Theater und in die Konzerte und besuchen im Sommer die elegantesten Bäder — Die Männer müssen arbeiten, bis ihnen das Blut unter den Fingern hervorspritzt, um die Bedürfnisse ihrer Frauen zu befriedigen ... Der Mann ist das ewige Lasttier seiner Frau ... Gerade die wohlhabenden Jüdinnen in der Großstadt zeugen den gesellschaftlichen Antisemitismus. Durch ihre Putzsucht, Trägheit und Vergnügungssucht erregen sie den Zorn und den Neid der christlichen Frauen und so sind es zum größten Teile die christlichen Frauen, die den gesellschaftlichen Antisemitismus verbreiten, die Jüdinnen in ähren Kreisen nicht dulden wollen und ihre Gatten zum Antisemitismus aufstacheln.« Ebenso streng, und nicht minder gerecht geht Heinrich Hartenstein mit den reichen Juden ins Gericht: »Ich stehe fortwährend in Zerwürfnissen mit meinem ־32

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