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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 4 · p. Seite 493

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 4
Article
Die Darstellung der Juden im deutschen Roman des zwanzigsten Jahrhunderts
Date
1914-01-01
Page
Seite 493 (sequence 11)
Language
German
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des zwanzigsten Jahrhunderts. 493 die Schwächen seiner Freunde, findet er in einem allgemeinen Katzenjammer sein (sonst für ihn ganz behagliches) Leben erbärmlich. »War dieses gemeines Men■!, schenlos oder nur väelleichttypischesSchicksai eines jungen Juden?« Daher glaubt er sich mit dem widerspruchsvollen Charakter seiner merkwürdigen Großmutter verwandt, er hält sie, wie sich für ein Original. Und plötzlich und unvermutet reist er von dem Dorfe, in dem er sie besucht, nach Berlin, um »seine unglückliche Gabe der Vielseitigkeit und Gewandheit für den einzig hiefür möglichen Beruf zu verwerten, den Journalismus«. Erfindet sich »jetzt sympathisch, so wie er sich als Resultat der Wanderungen und Untaten (1!) seiner Väter erkannt hatte, ihrer Jahrtausende alten Verblendungen, ihres Blutes, ihrer Tugend und ihres Überschwanges, ln seinem unmäßigen Temperamente (von dem jedoch im »Roman« nichts zu spüren ist) faßt er heute zum ersten Maie das Erbe jenes biblischen Zornes, mit dem ein Volk von Raubtieren aus der Wüste sich über den Jordan schüttet(!)... jenes Zornes, den Simson in lachenden, vor Lachen beinahe sinnlosen Heldentaten ausübt«. Das ist wahrscheinlich der Grundgedanke des Buches, dem als Motto Rieht. 15, 16 f. vorangesetzt ist. Arnold »fühlt nun Boden unter seinen Füßen, das war es, zum ersten Mal. .. und wie sich ihm eine ganze Nation, eine Reihe von klotzstirnigen, gewalttätigen, aufdringlichen(!) Ahnen erschloß, zu deren Füßen unglückliche Opfer, h ä ß 1 i ch schreiend, verbluteten: so spürte er doch zugleich auch in sich all ihre in die Luft verhaüchten Zärtlichkeiten, ihre feinnervige (siehe klotzstirnige, gewalttätige, aufdringliche!) Sehnsucht, ihre Klagen wie das Rauschen eines Waldes, ihr freundliches und gescheites Aufpassen mit Lichtpunkten in den Augen, ihre kühnen, unerschrockenen Würfe(?), ihr natürliches Führertum und Erzählerfum (schöne applicatio

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