Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 472 (sequence 19)
- Language
- German
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472 Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten. Die Gemeinden fanden sich wohl oder übel mit der vollzögerten Tatsache ab. Auch die finanzielle Frage regelte sich nunmehr befriedigender. Dem neuen geistlichen Führer, der bisher als solcher ein Gehalt von 500 Talern bezogen hatte, eine Herabminderung desselben auf wenig mehr als die Hälfte zuzumuten, erschien sowohl der Regierung wie dem nun endlich zusammengetretenen Landtag um so unbilliger, als bereits Oberrabbiner Steeg zu Warburg, St/s Vorgänger, 450 Taler nebst freier Wohnung erhalten hatte. Bezog doch der erste Lehrer in Paderborn, Schlesinger, 250 Taler1). Langwierige Verhandlungen machte indessen noch die Umlage der Gehaltssteuer auf die verschiedenen - Gebietsteile des Bezirks erforderlich2). J) Vgl. unten S. 473 ff. 2) Laut einer Erklärung der Landesvorsteher, Deputierten und Revisoren C. W. Hellwitz, S. Leiffmann (oben S. 471) Löwenthal, Jakob Lehmann, Moses Emanuel Rindei, Jonas Michaelis, L. A. Ranschof, Isaac Archenhold, Sosmarm Flechtheim, Levi S. Sternberg, A. Selig Düsterberg vom 2. April 1815 hatte der Landtag 350 Taler bewilligt. Dazu kommen die Enklaven Rittberg und Corvey mit Gehaltsquoten von 40 resp. 60 Talern, sodaß das Gehalt das des Vorgängers erreicht. Der Beschluß wurde durch Regierungsverfügung vom 27. Juli 1815 genehmigt. Der ursprüngliche Vorschlag, die erforderliehe Steuerumlage wie in westphälischer Zeit durch die Syndikate vollziehen zu lassen, erwies sich infolge der mannichfaltigen Besitz- Verschiebungen der nachwesiphälischen Periode als unausführbar. So wohnte der Syndikus des Kantons Albaxen und Höxter in Holzminden, das jetzt zu Braunschweig gehörte. Erst ein Jahr später einigte man sich innerhalb Corveys über die ihm zugefallene Quote von 60 Talern. (6. April 1816.) Die Akten fügen den Verhandlungen die interessanten Vermögensnachweise bei, die hier auszugsweise folgen mögen. In Herlinghausen wohnten 22 Juden, darunter einer mit einem Einkommen von 500 Talern. Ein anderer hatte 350 Taler Einkommen, die meisten erheblich weniger. In Höxter wohnten 15 Juden, unter denen einer auf 600 Taler, die übrigen auf ein Einkommen zwischen 200 und 20 Talern geschätzt wurden. In Boseborn (Kanton Höxter) wohnte einer mit 200 Talern Einkommen. In Amelunxen (Kanton Beverungen) wohnten sieben, die zwischen 200 und 50 Talern Einkommen hatten. Nur einer hatte ein Einkommen von 400 Talern. In