Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 473 (sequence 20)
- Language
- German
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Das Königlich Weslphälische Konsistorium der Israeliten. 473 Von den besten Absichten beseelt, trat Steinhardt sein neues Amt an. Sein Herz mochte von neuer Hoffnung auf eine segensreiche Wirksamkeit in der Stadt an der Pader erfüllt sein. Erwartete ihn doch hier und in dem großen dazu gehörigen Bezirk ein weites, großes Arbeitsfeld1). Die Regierung hatte seine Anstellung herbeigeführt, stand ihm also freundlich und wohlwollend gegenüber. Auch die Gemeinden durfte er durch seine ungewöhnliehen Fähigkeiten, vor allem durch seine Meisterschaft auf dem Gebiete der Kanzelberedsamkeit, für sich zu gewinnen hoffen. Besonders galt es, im Geiste des Casseler Konsistoriums die Jugend mit Liebe und Begeisterung für das Judentum zu erfüllen. Gerade in dieser Hinsicht war in Paderborn noch fast alles zu tun. Die bisher unter Jeromes Szepter lebenden jüdischen Gemeinden hatten die gesetzliche Ordnung der Fremdherrschaft allzu plötzlich und unvermittelt mit der Selbst- Verwaltung von früher vertauscht, für die sie noch in keiner Weise reif waren. Für den dadurch in Paderborn wie anderswo herbeigeführten Wirrwarr ist die Geschichte des Lehrers Schlesinger in Paderborn ein typisches Beispiel2). Sie lehrt uns, welche ungeheuren Schwierigkeiten des neuen Rabbiners harrten, liefert einen wertvollen Beitrag zur Kennzeichnung der wenig erfreulichen Gemeindeverhältnisse und erschließt uns erst das volle Verständnis für Steinhardts Schulreformpläne. Schlesinger war 1811 von Elberfeld, wo er mehrere Bruckhausen 4, einer 600, die übrigen 80 bis 100 Taier. In Luechteringen (Kanton Höxter) vier, einer 400, die übrigen 40 bis 200 Taler. In Ottbergen 2 mit je 250 Talern. In Albaxen 7, zwei 500, die übrigen 200 bis 50 Taler. In Brenckhausen zwei mit je 200 Talern. In Fürstenau drei, zwei mit je 200, einer mit 50 Talern. In Ovenhansea neun, einer 500, sonst 350 bis 50 Taler. In Stahle fünf, 100 bis 50 Taler. In Volkmarsheim 21, 510 bis 50 Taler. J) Vgl. über die jüd. Bevölkerung oben S. 464 u. 472. *) St. A. M. Oberpräsidium Nr. 53.