Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 465 (sequence 12)
- Language
- German
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Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten. 465 entstammt, um den Nachweis zu führen, daß er nicht nur durch die Bestimmung eines von Sr. Majestät dem König von Preußen anerkannten Gouvernements, sondern auch durch den eigenen und ausdrücklichen Willen der Israeliten seines Sprengels »im wohlbegründeten Besitz des noch bestehenden und schon aus früheren Zeiten herrührenden Rabbiner-Amts« sei1). Um dem Einwand zu begegnen, als ob sein Oberrabbineramt bloß nomineller Natur gewesen sei, führt er zwei Momente für sich an, den Gehaltsbezug und die tatsächliche Wahrnehmung der Rabbinatsfunktionen durch ihn. Bereits April 1809 habe er seine Stelle angetreten und verwaltet, bis er zur Teilnahme an den Konsistorialsitzungen nach Cassel berufen worden sei. Mehrere Male habe er seinen Sprengel bereist und religiöse Anfragen beantwortet. Vermutlich würde die preußische Verwaltung, ihrem sonstigen Prinzip, sich in die innerreligiösen Verhältnisse der Juden so wenig als möglich einzumischen, getreu, gegen diesen Wunsch wenig einzuwenden gehabt haben, wenn nur die Paderborner selbst mit der Beibehaltung ihres bisherigen Oberhirten einverstanden gewesen wären. Am 16. März 1814 forderte die Regierungskommission zu Paderborn das dortige Syndikat zum Bericht auf. Eine Antwort scheint überhaupt nicht erfolgt zu sein. Erst auf eine zweite Eingabe Steinhardts vom 26. April und auf Drohungen mit exemplarisehen Zwangsmaßregeln, bequemte sich der Vorsteher Löwenthal zu antworten. Er entschuldigte sich damit, er habe die ihm eingesandten Gesuche Steinhardts verloren (!). l) Vgl. auch oben S. 83. Der Beschluß der Deputierten- Versammlung, an welcher als Vertreter des Paderborner Gebiets die 1814 noch lebenden Landesvorsieher Lazarus Wolf{, Herz aus Beverungen, Salomon Leifmann aus Paderborn und Jacob Lehmann aus Warburg teilgenommen hatten, den geistlichen Räten des Konsistoriums zugleich Rabbinerstellen zu übertragen, sowie die Ausführung dieses Beschlusses in allen Einzelheiten Jacobsohn zu überlassen, diente Steinhardt als Ausgangspunkt für seine Deduktionen. Monatsschrift, 58. Jahrgang. 30