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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 4 · p. Seite 463

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 4
Article
Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten
Date
1914-01-01
Page
Seite 463 (sequence 10)
Language
German
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IRI
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Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten. 463 ihm ebenfalls übertragene Amt als Oberrabbiner des Sprengels Warburg zu verwalten1 * *). Dem Oberrabbiner unterstanden der Unterrabbiner David Schulmann von Paderborn und der Rabbinatsadjunkt Abraham Sutro zu Höxter*). Als Konsistoräalrat wie als Oberrabbiner erfreute sich Steinhardt einer, wenn auch nicht sorgenfreien, so doch durchaus auskömmlichen Stellung. Da kam plötzlich die Katastrophe von Leipzig. Das Konsistorium löste sich auf, und in den ihm unterstellten Gemeinden war mit einem Schlage die althergebrachte Ordnung oder vielfach Unordnung wieder hergestelit. Steinhardt traf der Umschwung der Dinge härter als seine Kollegen. Frankel*) und Berlin4) nahmen ihre frühere Tätigkeit, jener in Dessau, dieser in Cassel, wieder auf. Heinemann scheint als Privatsekretär Jacobsohns finanziell einigermaßen sicher gestellt gewesen zu sein. Wittersheim gehörte einer hochangesehenen und wohlhabenden Familie im Elsaß an und hatte den Kaufmannsberuf niemals aufgegeben5). Da Steinhardt einsehen mußte, daß seine Stellung beim Casseler Konsistorium für ihn endgültig verloren sei, so hielt er, um seine zahlreiche Familie6) vor Not zu schützen, um so energischer an seinem zweiten Amte fest. Das Jahr 1814, in welchem so viele Existenzen zusammenbrachen, war auch für ihn eine Zeit bitterer Erfahrungen7). Gestützt auf den Artikel 5 des König- *) Vielleicht hat auch der Umstand, daß das Klima von Warbürg auf seine Gesundheit ungünstig einwirkte, dazu beigetragen, ihm den Aufenthalt dort zu verleiden. ־) Über Schulmann s. weiter S. 466, 568, 478. Ueber Sutro S. 469 b und weiter. *) Vgl. oben S. 199 ff. ף Oben S. 178 ff. 6) Oben S. 190. 6) Von seiner, wie er selbst berichtet, 7 Personen starken Familie, nennt er uns seinen Sohn Simon; vgl. weiter unten. ז) Vgl. weiter über Friedheim.

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