Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 462 (sequence 9)
- Language
- German
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462 Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten. zeichnet M. Simon, d. h. zweifellos Menachem Mendel b. Simon Steinhardt. Nun hat sich Steinhardt allerdings noch am 8. März 1809 in Hildesheim aufgehalten. Denn dorthin meldete ihm das Konsistorium seine Ernennung zum Rabbiner des Oberrabbiner-Sprengels Warburg durch den Minister des Innern mit einem Gehalt von 500 Thalern1). Als Vertreter der Hildesheimer Gemeinde mag er auch bei der Februar-Versammlung des denkwürdigen Jahres 1808 zuerst Jacobsohns Bekanntschaft gemacht haben. Seine Stellung in Cassel brachte ihn mit dortigen hervorragenden Persönlichkeiten in nähere Beziehungen. Zu ihnen gehörte der spätere Königlich Preußische Präsident und Gesandte am Kurhessischen Hofe Siegmund Carl von Haenlein2). Eines der rührigsten Mitglieder des Konsistoriums, scheint Steinhardt die Seele der Reformbestrebungen auf dem Gebiete des Kultus und der religiösen Praxis gewesen zu sein und fand bei dieser angestrengten Tätigkeit als Konsistorialrat und vermutlicher Leiter des Seminars8) nur wenig Zeit, um das gionsunterricht durch einenvomOberrabbiner und Ober-Landes-Aeltesten genau geprüften jüdischen Lehrer erteilt werden. Die jüdischen Lehrlinge sollen darin wohnen und gespeist werden. ־Zum Unterricht für die Moral und humanioren Wissenschäften, wird sich dann leicht ein christlicher Lehrer finden, der einige Stunden des Tages diesem Geschäfte im Schulhauss widmet*. Die Kinder bis za 12 Jahren sollen am Wohnort ihrer Eltern vom dortigen Lehrer, eventuell vom christlichen Lehrer unterrichtet werden. »In der Central Schule selbst werden sich nach und nach diejenigen Subjekte als Seminaristen bilden, die zu Unterschullehrern demnächst gebraucht werden könnten.« ') Staatsarchiv Münster Oberpräsidium Nr. 53. Landrabbiner Steeg von Warburg war kurz vorher verstorben. Siehe auch oben Seite 185 u. 472. ־) Über ihn siehe den Kurhessischen Staatskalender von 1815 sowie Ledebur »Preußisches Adelslexikon* I. S. 316. ף Vgl. s. 192.