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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 4 · p. Seite 461

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 4
Article
Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten
Date
1914-01-01
Page
Seite 461 (sequence 8)
Language
German
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Das Königlich Westphäiiscbe Konsistorium der Israeliten. 461 Am 5. Mai 1806 ward den Juden vom Magistrat aufgegeben, in Beantwortung von 8 Fragen über ihr Schulwesen zu berichten und ihren Rabbiner bei Abfassung des Berichtes mit zu Rate zu ziehen. Gleichzeitig solite der hiesige »Juden- Rabbiner« nebst dem Superintendenten Vorschläge zur Verbesserung des Schulwesens machen. Als Rabbiner aber sehen Consistoriums an die Kriegs- und Domänenkammer wird das Judenwesen allein durch die Steuerräte dirigiert. Ein Hofreskript vom 23. März 1806 verlangte die Beantwortung folgender Fragen: 1. Ob jüdische Schulen dort vorhanden sind. 2. Was selbige für Fonds haben. 3. Wie selbige überhaupt beschaffen und was darin gelehrt wird. 4. Wohin die jüdischen Kinder in die Schule an solchen Orten gehen, wo keine jüdischen Schulen vorhanden; und ob sie die Christliehen Schulen besuchen? 5. Wie hoch die Anzahl der jüdischen schulfähigen Kinder an jedem Orte anzunehmen? Es sollen ferner Voischläge zu einer Verbesserung des jüdisehen Schulwesens gemacht werden. Bei der Enquäte stellte sich heraus, daß nirgends im Bezirk jüdische Schulen bestanden. Es wird vorgeschlagen, solche nicht zu befördern, sondern die Kinder in die christlichen Schulen zu senden, die jüdischen Privatlehrer aber einer Prüfung durch das Provinzial- Schulkollegium zu unterziehen. Nach der tabellarischen Nachweisung von dem Zustande des Schulwesens in den Städten des Fürstentums Minden vom 3. Mai 1806 waren in Minden selbst 30 schulfähige Kinder. Kinderlehrer Ephraim Samuel erteilt den Religonsunterricht. In Lübbecke wird der Schulmeister Wolf Oinsberger genannt, der 70 Thaler Bey träge als Gehalt erhält. In Rahden wird der Schulmeister Levi monathlichsweise von den einzelnen Familien mit Speise und Trank versehen und erhält ca. 48 Thaler. In Petershagea war der Schullehrer Jacob Hirsch ansäßig. Von Hausberge werden 8 Kinder, von Vlotho 7 Kinder und der Schul־ meister Aron Ascher genannt. In Schlüsselburg ist kein Lehrer. Die Kinder gehen nach dem eine Stunde entfernten Stolzenau. Während der Bericht des einen Regierungsreferenten jüdische Schulen nicht neu errichten will, schlägt ein zweiter Referent Errichtung einer »Centralschule auf Kosten der Gesamtjudenschaft einer jeden Provinz« vor, und zwar in Herford für seinen Bezirk. In derselben soll jüdischer Reli«

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