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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 4 · p. Seite 437

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 4
Article
Die jüdischen Realschulen Deutschlands
Date
1914-01-01
Page
Seite 437 (sequence 8)
Language
German
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Die jüdischen Realschulen Deutschlands. 437 benden und wohltätigen Familie in Halberstadt. »Jakob, sein frommer Vater, träumte noch wie jeder religiöse Jude jener Tage den Traum des Stammvaters: der Herr werde seine Engel entbieten und den Tag aufgehen lassen, an welchem keinem Menschen Schutz und Schirm, Freiheit und Friede versagt bleibe. Wann dieser Tag anbrechen werde, danach fragte und forschte er nicht. — Ihm war das Bet־El sowohl wie das Lehrhaus seiner Gemeinde lieb und vertraut, und den Zehnten seines Erwerbes sonderte er gewissenhaft ab-«1 2 * * *). Der Sohn geriet dem Vater nach, aber er war schon zum Israel geworden, zum Gottes- Streiter, der für die Verwirklichung der Träume selbst Sorge tragen wollte und kämpfte. Auch er gab den Zehnten von seinem ganzen Einkommen, ja wenn wir seinen Worten8) glauben dürfen, verwendete er von seinen 30,000 Taler betragenden jährlichen Ausgaben bloß 4000 für seinen engeren Haushalt, alles übrige ging für gemeinnützige Zwecke auf. Aber er wollte mit seinem Gelde Dauerndes, Bleibendes erwirken. »Ein Weiser des Talmud hatte es ihm verraten. Wer das Reich Gottes vorbereiten helfen will, der sorge für Unterweisung, Belehrung und Erziehung der Jugend und vornehmlich der mittellosen Jugend.« Und hierin traf er sich mit den Bestrebungen seiner Zeit, deren Panacee ebenfalls die Schule war. Im neuerwachenden Staate Friedrichs des Großen wimmelte es von pädagogischen Schlagworten: Aufklärung, Zurück zur Naturl Gefühlsbildung, Erziehung des Volkes zu brauchbaren gemeinnützigen Bürgern, wie die Philantropinisten es forderten, im Braunschweig’schen besonders der Campe’sche *) Aus der Festrede des Braunschweiger Landesrabbiners, s. Die Hundertjahrfeier der Jacobsonschule 1902. 2) In dem an seinen Gönner, Herzog Carl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig gerichteten Entlassungsschreiben. Das ganze, sehr interessante Schriftstück mitgeteilt von Dr. G. Rülf: Einiges aus der ersten Zeit und über den Stifter der Jacobsoiischuie in Seesen, 1890

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