Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Die jüdischen Realschulen Deutschlands
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 433 (sequence 4)
- Language
- German
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Die jüdischen Realschulen Deutschlands. 433 Die Leitung der Freischule, in der außer Religion Deutsch, Französisch, Rechnen, Erdkunde, Geschichte und Schönschreiben unterrichtet wurde, und die in einer Klasse bloß 8 Freischüler beherbergte, übernahm der verdienstvolle Sam. Meyer Ehrenberg, der als »Inspektor« der Schule 40 Jahre lang wahre »Mädchen für Alles«־Dienste versah. Zwei seiner ersten und ernstesten Schüler haben uns die Persönlichkeit dieses Mannes näher gebracht: Markus lsak Jost und LeopoldZunz, letzterer bald nach Abschluß seiner Schülerlaufbahn auch Lehrer der Anstalt. Beide nannten sich stets mit Stolz Samsonschüler und gedachten besonders ihres Lehrers Ehrenberg jederzeit mit dankbarer Liebe. Zunz beschrieb seine Biographie1), Jost widmete ihm sein berühmtestes Werk. Andererseits versäumte auch die Anstalt keine Gelegenheit, sich ihrer Zöglinge zu rühmen und nahm an ihren Erfolgen und Ehrungen immer regen Anteil. 1840 erhielt der durch neuere Familienstiftungen ansehnlich vergrößerte Samsonsche Legatenfonds die Rechte einer Korporation, und die Verwaltung der Schule ging in die Hand dreier Administratoren über, die sich bis heute aus den 3 Zweigen der Samson’schen Familie ergänzen. Die Anstalt aber wurde zur dreiklassigen Bürgerschule. Neben den Freischülern erhielten die zahlenden das Übergewicht. 1846, noch bei Lebzeiten des Vaters, wurde der Sohn, Dr. Ph. Ehrenberg, ebenfalls hier vorgebildet, Direktor, aber die wirtschaftlichen Erledigungen, die Aufsicht über die Verpflegung der Alumnen, übernahm ein eigener Hausvater. Seit den siebziger Jahren nehmen dann die Bestrebungen zu, 0 Eigentlich bis heute zugleich die ausführlichste Monographie über die Samsonschule bis in die vierziger Jahre. Die Zusammenstellungen von Dr. Moritz Rosenstock in der »Festschrift zur hundertjährigen Jubelfeier der Samsonschule in Wolfenbüttel am 4. Juni 1886« sind nicht ganz zuverlässig, die neueren von Direktor Prof. Dr. L. Tachau im Jahresberichte 1911/12 (anläßlich des stillgefeierten 125-jährigen Jubiläums) etwas skizzenhaft. Monatsschrift, 58. Jahrgang. 28