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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 4 · p. Seite 410

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 4
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1914-01-01
Page
Seite 410 (sequence 16)
Language
German
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410 Eine unbekannte jüdische Sekte. oder die Worte »aus Levi« rühren, wie oben ausgeführt worden ist1), von einem christlichen Interpolator her, für den Jesus ein Priestermessias, und nicht »der Sprosse Davids« war. Keinesfalls aber dachte irgend jemand daran, den Messias als den Repräsentanten des Priestertums und Königtums2) erscheinen zu lassen, er war entweder das eine oder das andere, aber nicht beides; das »und« in der Bezeichnung »Messias aus Levi und Judah« bezw. »Judah und Levi< rührt sicher von der Hand eines Abschreibers her, der gewissenhaft die beiden von ihm benutzten Quellen wiederzugeben suchte. Aber auch zugegeben, daß zur Blütezeit der Hasmonäer in manchen Kreisen die Hoffnung entstanden wäre, daß es die Bestimmung dieser glorreichen Familie sei, am Ende der Zeiten eine Rolle zu spielen, ähnlich wie sie sie zur Zeit der großen Krisis unter Judas gespielt hat, so wäre es doch höchst befremdend, eine solche Anschauung in unserer Schrift zu finden. Wie man auch über den Ursprung un־־ serer Sekte denken mag, eines steht fest, daß sie sich von jeder Gemeinschaft mit den Machthabern Judahs שרי יהודה (8, 3 ff) lossagten und nicht einmal vom jerusalemisehen Tempel etwas wissen wollten. Entweder gehören also die Hasmonäer zu den Verführern des Volkes, für die unsere Sekte nur Haß und Verachtung hat, oder sie datiert erst aus einer Zeit, in der die Hasmonäer zur Bedeutungslos^- keit herabgesunken waren. In dem einen wie dem andern Falle ist ein »Priestermessias« mit den Hasmonäern als Hintergrund ganz ausgeschlossen. In ihrer Blütezeit können diese der Sekte nur ein Dorn im Auge gewesen sein, und v) Für einen Christen, der an die Jungfräulichkeit Marias glaubt, ist Jesus dem Fleische nach »pnesterlichen Blutes«, wenn auch sonst nur die väterliche Abstammung entscheidet — vgl. oben S. 403 ־־־, da er dem Fleische nach keinen Vater hatte, *) Das davidische Königtum des Messias wird ganz deutlich Judah XXIV und XXII, 3 vorausgesetzt; die letztere Stelle enthält eine Anspielung auf II Sam. VII, 12, was Charles z. St. entgangen ist.

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