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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 4 · p. Seite 403

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 4
Article
Eine unbekannte jüdische Sekte
Date
1914-01-01
Page
Seite 403 (sequence 9)
Language
German
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Eine unbekannte jüdische Sekte. 403 gen und erklärt sogar ausdrücklich, daß dieses Königs Lebenswandel ein vorzüglicher gewesen ist. Die Vor- Stellung ferner, daß der Messias schon durch seine Abstammung Priestertum und Königtum repräsentiere, ist zwar eine sehr natürliche, und die Haggadah1) drückt sie in ihrer Behauptung aus, daß David, der Stammvater des Messias, Mirjam, die Schwester Aharons und Moses, zu seinen Ahnen zählte. Dies würde aber nur einen משיח מיהודה ולוי oder im Notfälle2) auch einen משיח מלוי ויהודה, wie in den Testamenten erklären, nie aber den משיח אהרן וישראל unserer Schrift. Man kann sich wohl in der deutschen Verfassung einen Passus wie den folgenden denken : »Der deutsche Kaiser muß Deutscher und Preuße sein«, dagegen wäre »Preuße und Deutscher« sinnlos, da ein Preuße eo ipso auch ein Deutscher ist. Bin Aharonide ist ein Israelit erster Ordnung, ein משיח אהרן ist demnach ohne weiteres zugleich ein מש׳ אה׳ וישראל, so daß die besondere Hervorhebung, daß der Messias ein »Israelite« sei, lächerlich wäre. Aber abgesehen von diesem Einwande, hat die mütterliche Abstammung nach jüdischem Rechte gar keine Bedeutung3), und die Bezeichnung des Messias auf Grund derselben ist kaum denkbar. Allerdings sprechen die Testamente an einigen Stellen4) vom Messias als dem Nachkommen Levis und Judahs, aber trotz der allgemein herrschenden Ansicht, wonach schon dem jüdischen Bestandteile dieses Pseud- *) Schon in den fannaitischen Quellen, vgl. Sifre Mum. 78 vgl. ferner Sotah 11, b. Exod. R. I, 17. An den beiden letzten Stellen wird besonders hervorgeboben, daß Jochebed, die Frau Amrams, die Stammutter sowohl des priesierlichen als auch des königlichen Hauses war. 23 Falls man die gewöhnliche Ansicht über die Messianologie der Testamente akzeptiert, vgl. w. u. im Texte. ף Vgl. Sifra, Lev. XXIV, 10; Lev. R. XXXII, 3 und Tanchuma III, 103, ed. Buber; B. b. SG9b. 4) Vgl. Volz, Jüdische Eschatologie S. 203 ff, und Charles, Testasnents of the XSI Patriarchs, besonders seine Bemerkungen zu Reuh. VI, Levi VIII; Judah XXIV; Dan V und Jos. XiX. 26*

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