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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1914-01-01 · Heft 3 · p. Seite 350

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
58 (1914)
Issue
Heft 3
Article
Das Königlich Westphälische Konsistorium der Israeliten
Date
1914-01-01
Page
Seite 350 (sequence 25)
Language
German
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350 Das Königlich Wesfphälische Konsistorium der Israeliten. möchten oder bereits beliebt wären, zur Ausführung zu־ bringen«. Es ist nicht wunderbar, daß bei so unbotmäßigen Beamten auch die zum Wohle der Schule getroffenen Maßregeln entweder garnicht oder nur höchst unvollkommen ausgeführt wurden, ln Einbeck war der Syndikus Meyerstein stets sofort bereit, die Beschwerdeinstanzen gegen Verfügungen seiner jüdischen Behörde anzurufen und eventuell sich auch an die höchste Instanz, den Minister, zu wenden. Wie andere1) beklagt auch er sich darüber, daß das Konsistorium nicht auf seine Kosten für das Schulwesen Sorge trage, sondern vielmehr von der Gemeinde einen großen Beitrag verlange. Das Konsistorium weist mit Recht darauf hin, daß die verlangten Steuern keineswegs, wie Meyerstein behauptet hatte, übermäßig hoch seien und »durch die weggefallenen israelitischen Abgaben,, ja vielleicht schon allein durch den aufgehobenen, ohnehin so erniedrigenden Leibzoll bereits längst erspart seien«- Treffend bezeichnet es den Syndikus Meyerstein zu Einbeck als einen Mann, der »vor der Aussaat ernten möchte«. Das Konsistorium wolle keineswegs überall selbst Schulen unterhalten, es habe zu Cassel eine Schule errichtet und Landlehrern, »welche armen Kindern Unterricht erteilen, die Vergütung desselben für die armen Kinder bewilligt«.. In Stadtlengsfeld wird ebenfalls ein Schullehrer erwähnt*). Auch in Neukirchen finden wir einen solchen. Goslar hatte seit Oktober 1809 mit dem Lehrer R. Jehuda Kontrakt abgeschlossen, aber Jacobsohn veranlaßt die Anstellung eines l) In Neukirchen bei Paderborn beschwert sich der Vorsteher• beim Minister des Innern über das K., das den dortigen Lehrer nicht besolden, sondern nur für die armen Kinder Schulgeld zahlen will. 96.759 Frcs. seien durch die Israeliten aufgebracht worden, wovon* 15.400 Frcs. an 80 Lehrer gezahlt werden sollten (Eingabe vom■ 7. Januar 1813. Staatsarchiv Berlin a. a. O.) ־) Akten der jüdischen Gemeinde Berlin a. a. O. Nr, 30. Siehe• auch oben S. 342 Anm. 1.

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