Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Das Plagium
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 321 (sequence 17)
- Language
- German
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- Helbo 1× ep/1004843
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Das Plagium. 321 das hieße, sich fn einen Tallith hüllen, der nicht ihm gehört1). Das Delikt der literarischen Veruntreuung hätte demnach drei Grade aufzuweisen: Krauß, Lehnwörter 563 wollen unter בת קברייא einen Vogel verstanden wissen, der sich mit fremden Federn schmückt. Nun ist aber hier von Federn überhaupt nicht die Rede und גלגל bedeutet nirgends sich schmücken, sondern hier gesellig beisammen sein, bleiben, sich aufhalten, verkehren, wie גלגל עמו בעדשים Ket. 67 b. גלנלין עטה] שנים עשר חדש j. Jebam. 8, 1. גלגל עמי היום במעט ירק M. Mischie 15. ich vermute in בת — קברייא ist ohnehin verdächtig —־ den קוריאה. Von ihm heißt es Jerem. 17,11 »der Kore sammelt was er nicht geboren hat«, d. h., wie schon Jonathan übersetzt, הא בקוראה דמכנש בעין דלא דיליה und wie Tancb. B. 3 תצא ausführlicher erläutert: הקליא הזה מביא בצים משאר עופות ויושב עליהם עד שיוצאים מקליפיהן ונעשין אפרוחין והן עולין ומורטין את כנפיו ... וסי גרם על שגדל ביצים שאינן שלו. Der Sinn der Bibelsteile wäre also: Wie der Kore fremdle Eier sammelt und ausbrütet, die er nicht gelegt, so rafft der Frevler fremdes Vermögen zusammen, um das er sich nicht bemüht hat. Dieses alte Bild wendet nun R. Chelbo auf das persische Königspaar an. Sie legten den Gästen Schätze vor, die sie von andern erbeutet, wie der Kore fremde Eier sammelt und ausbrütet, als ob sie die seinen wären. Das würde auch auf den קברן שקנן על שפת הים des Mattenot Kehunna gut passen, da der קורא bekanntlich seine Eier nicht in Nester legt, sondern auf der Erde im Grase oder im Sande verbirgt. Lewysohn 213. וכ״ש דאמור לומר ... משם עצמו דבר ששמע מאחרים דהוי כמתעטף (י בטלית שאינו שלו Schach, zu J. D. 242, 24. Im Talmud kommt die von den Späteren so häufig benützte Redefigur מתעטף בטלית שאינו שלו zur Bezeichnung des Plagiums nicht vor. Er verbietet b!06 dem Laien, sich in den Tallit eines Schriftgelehrten zu hüllen, um vor den Augen der Weit als Gelehrter zu erscheinen כל המתגאה בטלית של ת״ח ואינו ת״ח B. b. 98 a. Krauß, Archäologie I, 167. 589. 607. Vgl. dazu noch die Stelle: לגנב שראה חפם בדרך והרבו לקח טליתו ונתעטף בה ובא לבית הכנסת בדק בו ומצאו בור עם הארץ Midr. ha-gadol, Schechter zu Gen. 16, 1, S. 418. Das Bild scheint dem gottesdienstlichen Ritus entnommen zu sein, wo die Meinungen divergieren, ob es gestattet ist, sich zum Gebet in den Tallit eines andern, ohne Vorwissen des Eigentümers, zu hüllen und über ihn den Segen zu sprechen. R. Ascher zu Chullin 8, 6. ונהגו להתעטף בטליתו של חבירו ואפילו בלא ידיעה. Vgl. O. €h. 14, 4. Monatsschrift, 58. Jahrgang. 21