Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Das Plagium
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 320 (sequence 16)
- Language
- German
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320 Das Piagium. Mit dem Wandel der Zeiten haben sich aber auch die Sitten geändert1). War früher die Urheberschaft jedes anonym vorgetragenen Lehrspruches dem Lehrer zugeeignet worden, so gilt jetzt allgemein umgekehrt die Annahme, daß er das geistige Eigentum des Mitteilers sei. Dem entsprechend muß also auch die Vorschrift in ihr Gegenteil umgewandelt werden. Bei der Mitteilung eigener Gedanken kann der Schöpfer füglich seinen Namen verschweigen, die Lehre anderer aber darf ohne ausdrückliche Benennung der Quelle nicht weiter übermittelt werden. Ist es also nicht gestattet von andern Gehörtes auch nur anonym zu überliefern — so lautet der Schluß a minori ad majus — dann ist es sicherlich um so strenger verboten, fremdes Gut unter eigenem Namen als eigenes Produkt anzukündigen und zu verbreiten, denn das hieße, sich mit fremden Federn schmücken2), oder wie es dort wörtlich lautet: שיזכיר שם אומרו dann wörtlich nachgeschrieben J. D, 242, 24. Ausführlicher begründet von Lebusch J. D. das. ואם אומד דבר שמועד» שלא שמע מפי רבו, אלא מפי אחרים, לא יאמר אותה, עד שיזהיר שם אומרה, שלא יחשבו השומעים ששמע שמועד, זו מפי רבו, שכן הוא ד,דרך, מד, שיאמר אדם שמועה סתם, לבך יאמי שם אומרה, שידעו מי אמרה. Vgl. die gesunde Auseinandersetzung des ב״ח z. St. und Jad. Mal. 663. מיהו עכשיו (ג — eine der zahlreichen Formeln והאידנא, והשתא ובזמנינו, ודווקא בימיהם, ודווקא בזמניהם, והני מילי בזמן הראשנים משא״כ עתה, ובזמנים שלנו, והכל לפי המקום והזמן mit denen die Dezisoren die Notweadigkeit der Qesetzesreform einleiten und begründen. סתם מה שהאדם אומר, סוברים העולם, שהוא מפי עצמו, והלכך הדין משתנה Schach, zu j. D. 242, 24. י) Die Redefigur, sich mit fremden Federn zu schmücken, stammt bekanntlich aus der Fabel des Äsop, von der Krähe, welche sich mit den ausgefallenen Federn anderer Vögel geschmückt hatte. Eine Reminiszenz an diese Fabel will man Midr. Esther r. 2, 1. 3, 9 gefunden haben, wo Ahasverus und seine Gemahlin Wasti mit ihrem Reichtum prahlen und zur Beglaubigung den versammelten Gästen die erbeuteten Prachtgewänder der jüdischen Hohenpriester vorzeigen. Ähnlich verfährt, so schließt der Passus, die בת קבריא, deren Gewohnheit es ist בין מדידיה בין לא מדידיה מתגלגלת בת קברייא. Alle Erklärer, Lewysohn, Zoologie 175; Kohut, Aruch II, 212. VÜ, 51;