Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Das Plagium
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 322 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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322 Das Plagium. I. Die Übermittelung eines vernommenen Lehrsatzes^ ohne überhaupt den Namen irgend eines Urhebers zu nennen. Durch diese Anonymität wird der Vermutung Raum gegeben, daß der Lehrsatz Eigentum des Tradenten sei1). II. Die Anführung des eigenen Lehrsatzes unter dem Namen eines andern, um durch diese Unterschiebung dem Anspruch mehr Gewicht zu geben. III. Auf ein fremdes geistiges Produkt seinen Namen zu fälschen und als eigene Schöpfung anzukündigen und in Umlauf zu bringen2). Diese Fälschung wäre also das eigentlich verbotene Plagium, allerdings ein Verbot, dem, wie vielen andern,, die Strafsanktion fehlt. *) Einer solchen Zumutung sollte jeder sittliche Charakter mit Entschiedenheit entgegentreten .בר נש דתני חדא מיכלא והוא אזל לאתר ואינון מוקרין ליה בגין תרתייא צריך מימר לנן אנא חדא מיכלא אנא חכים j. Schebiith 10, 8. 2) Auf die populistisch gekünstelte Erörterung über das Verbotdes literar. Diebstahls in Thorah Temima Gen. 2, 15 von B. Epstein soll nur kurz hingewiesen sein. Zu vergleichen wäre noch j. Sanh. 10, 7: -נביא השקר המתנבא מה שלא שמע ומה שלא נאמר לו בחנניה בן עזור רבי יהושע בן לוי אמר חנניה בן עזור נביא אמת הי' אלא שהיה לו קיבוסת ..והיה שומע מה שירמיי מתנבא בשוק העליון והיה יורד ומתנבא בשוק התחתון קיבוסת gibt Löw, Krauß, Lehnwörter, II, 427 mit Xoyox‘Xs7tt/)<; Piagiator wieder, was aber der Kontext nicht recht zu vertragen scheint«..