Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 58 (1914)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Das Plagium
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 314 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2829132-2829859-2829863-2892946--41273-2893021- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
314 Das Plagium. galt es als Versündigung* 1) und rücksichtslose Kränkung, den Namen des Urhebers aus Nachlässigkeit oder Vorsatz zu unterdrücken und den Ausspruch anonym zu überliefern. Nur dem Sprecher oder Dolmetsch אמורא, der sonst an dem ihm vom Schulhaupte zugeflüsterten Texte auch nicht die geringste Änderung vernehmen durfte2), war es ausnah msweise gestattet, wenn der Urheber des Lehrsatzes sein Vater und Lehrer war, den Eigennamen zu verschweigen und dafür bloß »mein Vater« zu setzen3). Eine solche Zu- כל שאינו אומד דבר בשם אומרו עובר בלאו (ג Mag. Abr. zu O. Ch. 156, I. Anm. 2. Landau Resp. Noda B'ijehuda II. O. Ch. Nr. 20. Rosenbaum, Resp. Meschib Debarim O. Ch. Nr. 147. ף Vgl. dagegen חזינא ליד, לרבי אבא דמן עכו דאמר אידו חד טעמא ואמר אמורית הד טעמא ולא קפיר Sota 40 a. רב איקלע לאתרי, דד* שילא, לא חוד. אסרא למיקם עלי' קם רב עליד, וקא מפרש... קרא גברא, אמר ליד, ר, שילא וליסא מר קרא תרנגולא Joma 20 b. z) תורבמן העומד לפני חבב אינו דשאי לפחות ולא להוסיף ולא לשנות אלא אם כן הוא אביו או רבו Tosifta Meg. Ende; j. Meg. 4, 10 hat für לפחות das hier besser passende לכנות. Die älteren Erklärer dieser dunklen Stelle gehen weit auseinander. Maimuni, Talm. Thorah 4, 3 bezieht das Pronomen הוא auf den Meturgeman und erklärt: אלא אם כן היה המתורגמן אביו של חכם או רבו, was schon RAbD. auffällig findet. R. Ascher und R. Nissim zu Alfasi Megilla Ende beziehen es auf den Vortragenden Chacham: אלא א״פ החכם הוא אביו או רבו של תורגמן• In Wahrheit gebt das persönliche Fürwort הוא auf ein versch wiegenes Subjekt, auf den Urheber der zu verdolmetschenden Haiacha zurück. Nur durch diese Auffassung allein erhalten die drei Beispiele, welche im Jeruschalmi zur Erhärtung dieser Norm an geführt werden, gehörige Beleuchtung und Beweiskraft. I ר׳ פדת הוד. אמורא דר׳ יסא, מלין דשמע מן אבוי הוד. אמר, בן אמד רבי בשם אבא, דלא שמע מן אבוי, הוה אמר, בן אמר ר" לעזר. R. Pedat war der Amora des R. Jassa. Hatte ihm das Vortragende Schulhaupt, R. Jassa, einen Lehrsatz zugeflüstert, den er, der Amora, R. Pedat, schon früher von seinem Vater und Lehrer R. Lasar gehört, dann nannte er in seinem Referate den Eigennamen seines Vaters nicht, sondern setzte bloß: »Also spricht mein Lehrer — R. Jassa — im Namen meines Vaters«. Hatte aber R. Pedat den Lehrsatz von seinem Vater zuvor nicht vernommen, so war er doch in diesem Punkte nicht sein Lehrer gewesen, da nannte er den Urheber bei seinem Namen und referierte